10.000.000km² Freiheit: Wieso Kanada vielleicht das schönste Land für Naturreisen ist

Ein Meer aus Wald in Rot und Orange, ein Wintermärchen mit Schnee und Eis, zerklüftete Täler und majestätische Berge – 70% Prozent von knapp zehn Millionen Quadratkilometern Landesfläche von Kanada ist Wildnis. Hinzu kommen quirlige und moderne Städte mit weltoffenen und gelassenen Bewohnern ein Traumziel für Reisende aus aller Welt. Mehr Kontrast, mehr Lebensqualität, mehr Freiheit als in Kanada findet man fast nirgends auf der Welt. Doch wohin reist man im zweitgrößten Land der Welt? Wir widmen uns drei ganz unterschiedlichen Highlights in Kanada. Die Qual der Wahl muss dann jeder selbst treffen – oder einfach länger bleiben.

Landschaft und Tiere: Wildnis in Perfektion

Auch wenn Kanada riesig ist und das Wort „Land“ fast wie eine Untertreibung scheint, ist es mit 35 Millionen Menschen nur wenig besiedelt. Große Flächen sind reine Wildnis mit unberührter Natur. Vor allem mit dem Camper lässt sich das Land mit seinen unterschiedlichen Landschaften erkunden, dann wenn man tagtäglich inmitten dieser Kulisse aufwacht.

Das Land ist vielfältig und je weiter man reist, desto unterschiedlicher die Landschaften.

Andere Tiere, anderes Gestein, andere Pflanzen und anderes Klima. In ganz Kanada leben an die 200 Säugetierarten wie verschiedene Bären, Weißkopfseeadler, Büffel, Wale, Seehunde und Elche in den 39 Naturregionen des Landes.

Der Touristenliebling schlechthin: Moraine Lake

 

Touristenliebling Banff Nationalpark

Viele Tiere, allen voran Elche, wird man im Banff Nationalpark in den Rocky Mountains in Alberta treffen. Da das Jagen hier verboten ist, tummeln sich im 1885 gegründeten und damit ältesten Nationalpark des Landes besonders viele Tiere. Neben den Elchen auch Bären, darunter 60 Grizzlys, Dickhornschafe und 260 Vogelarten. Mit 6.641 km² ist der Banff Nationalpark der größte Kanadas, der drittgrößte Nationalpark der Welt und UNESCO-Welterbe. Besonders beliebt bei Besuchern ist der Moraine Lake im sogenannten „Tal der zehn Gipfel“.

Der türkisblaue Moraine Lake auf 1.884 Metern Höhe gehört zu den beliebtesten Fotomotiven und schmückt den 20-Dollar-Schein.

Doch auch sonst bietet der Park Bilderbuchlandschaften: Gletscher, Schluchten, Berge und Wälder. Dazwischen Wasserfälle, immer wieder Seen und romantische Flusslandschaften. Der Icefields Parkway, der als einer der Traumstraßen der Welt gilt, passiert den Crowfoot Clacier, den in der Sonne glitzernden Peyto Lake und den Mistaya Canyon, der sich bei einer kurzen Wanderung begehen lässt. Im Herbst lässt sich hier in den Wäldern der heiß ersehnte Indian Summer besonders gut bestaunen.

Der berühmte Indian Summer.

Der Banff Nationalpark hat jährlich fünf Millionen Besucher und steht mittlerweile stellvertretend für die Grenze der Belastbarkeit von Nationalparks. Das Problem: Viele Besucher kommen im Eilverfahren mit Bussen, bleiben einen Tag und fahren wieder ab. Was bleibt ist Müll, Stau aber keine Einnahmen für Unternehmer vor Ort oder Geld, das in Schutz des Parks gesteckt werden können. Doch was tun? Besucher machen einen Anfang, indem sie länger bleiben, langsamer und bewusster reisen, statt die Sehenswürdigkeiten im Eiltempo abzuhaken.
Reisezeit:
Hauptsaison im Banff Nationalpark zu besuchen ist zwischen Juni und September. Um Hauptansturm zu vermeiden am besten am Beginn oder Ende der Saison kommen.

Atemberaubende Landschaft, einmalige Ruhe, das bietet der Pacific Rim Nationalpark

Geheimtipp: Pacific Rim Nationalpark

Im Gegensatz zum Touristenliebling Banff, ist der Pacific Rim Nationalpark in British Columbia an der Westküste von Vancouver Island noch ein Geheimtipp für Naturliebhaber. Das Besondere: Ein dichter Regenwald, der sich im Hinterland des Parks befindet. Ganzjährig mildes Klima, feuchte Seewinde und viel Niederschlag haben den Regenwald hier heimisch werden lassen. Der 72 Kilometer lange West Coast Trail führt durch die Regenwälder an der Küste vorbei.

Doch Vorsicht: Selbst für erfahrene Wanderer ist der Weg eine echte Herausforderung. Bequemer geht es auf dem Rainforest Trail.

Auf Wegen aus Holzpfählen kommt man zum Long Beach, der bei Surfern beliebt ist und sieht Kanada von seine entspannten Strand-Seite. Von Tofino aus bietet sich eine Tour auf das Meer an. Beim Whale Watching im Frühjahr kommen verschiedene Walarten wie Orcas, Buckel- und Zwergwale nah an die Küste und lassen sich vom Boot oder Kajak aus bewundern.
Reisezeit:

Die beste Reisezeit ist zwischen Juni und Oktober, für Wahleaching bietet sich das Frühjahr zwischen Mai und Juni an.

Im hohen Norden wartet das Eis.

Für wahre Abenteuer: Kanadas hoher Norden

Der nördlichste bewohnte Ort der Welt ist das kanadische Nunavut. In den hohen Norden verirren sich selten Touristen. Wenn sie es tun, dann tauchen sie ein in das Leben der Inuit und damit in eine unwirkliche Welt aus Schnee und Eis. Die bis zum Nordpol reichende Region ist Kanadas jüngste Provinz und ein Ort für echte Abenteurer fernab der Touristenmassen. Iqualit, die Hauptstadt, ist Ausgangspunkt für Touren ins Eis. So stehen Eisklettern, Fjordtouren, Hundeschlittenfahren oder Kite-Skiing auf dem Plan. Die im Norden von Hudson gelegene Baffin Island ist ganz 1.500 km lang und beherbergt bis zu 2.000 m hohe Gletscherberge. Die letzte Eiszeit vor 20.000 Jahren prägte diese Landschaft im Eis. Wer sich fernab der abgetreten Pfade traut, der wird hier für alle Mühen belohnt  – eine Kanadareise ins ewige Eis, die nachhallt.
Reisezeit:
Beste Reisezeit ist zwischen Mai und Juni, wenn die Schneeschicht langsam aufbricht

Bildnachweiß:
Header: © Depositphoto – Galyna Andrushko
See: © Depositphoto – James Wheeler
Steg am herbstlichen See: © Depositphoto – Elena Elisseeva
Küste: © Depositphoto – Elena Elisseeva
Boot vor Eisberg: © Depositphoto – Denis Burdin

Bestenliste (Ressourcen auf ReiseZutaten):
Bergsport
Messer u. Werkzeug
Outdoormöbel
Outdoorküche
Outdoor-Lampen
Rucksäcke u. Schlafsäcke
Schlafsäcke
Wassersport
Zelte

arrow