Costa Rica und Panama: Naturerlebnisse vom Feinsten

Costa Rica und Panama

Signalrote Augen und giftgrüne Haut. Diese Farbkombination sagt vor allem eines: Achtung, Gefahr! Auch wenn er in Wahrheit gar nicht so giftig ist, wie er aussieht: Der Rotaugenlaubfrosch hat es mit seinem Aussehen auf fast jeden Reiseführer über Costa Rica geschafft.

Doch der Schönheitswettbewerb ist hart umkämpft. Costa Rica, die „reiche Küste“, wie Christoph Kolumbus das Land bei seiner Ankunft 1502 nannte, zählt zu einem der artenreichsten Länder der Welt. Wer hier in den Regenwäldern unterwegs ist, kann sich auf Begegnungen mit Faultieren, riesigen Schmetterlingen, Schildkröten und farbenfrohe Vögel freuen.

Rotaugenfrosch
Der Rotaugenlaubfrosch – so etwas wie das optische Aushängeschild Costa Ricas.

Doch nicht nur für Tier- und Naturfans ist Costa Rica ein Paradies. Auch Aktivurlauber und Erholungssuchende sind hier richtig. Wer noch etwas mehr Zeit im Gepäck hat, macht einen Abstecher ins Nachbarland. Damit sich ein für alle mal eine Frage beantwortet, die uns seit Kindheitstagen quält: Wie schön ist denn Panama nun wirklich?

Costa Rica: Vorbildstaat in Mittelamerika

Über 60 Vulkane, Nebelwälder, Dschungel, gleich zwei Küsten mit Traumstränden, Surferparadies und das allgegenwärtige „Pura Vida!“.

Gäbe es Costa Rica nicht, man müsste es erfinden.

Es sind Superlative, mit denen das kleine Land in Mittelamerika ganz lässig um sich werfen kann. Wer also bis jetzt noch nicht dort war, zwischen Pazifik und Karibik, Nicaragua und Panama, der ist selber schuld. Denn einen Grund, seinen Urlaub nicht in diesem Paradies zu verbringen, gibt es beim besten Willen nicht.

Unter den lateinamerikanischen Staaten gilt Costa Rica als besonders fortschrittlich. Das Militär wurde zu Gunsten von Schulbildung abgeschafft, das Bildungsniveau gilt als überdurchschnittlich hoch.

Nach der Entdeckung des Landes durch Kolumbus kamen um 1560 die Spanier in das Land. 1821 löste sich Costa Rica friedlich von Spanien und wurde 1838 schließlich zum souveränen Staat. In den folgenden Jahren entwickelte sich Costa Rica unter dem Einfluss der USA zum Inbegriff der Bananenrepublik mit vielen Großplantagen und einer gut funktionierenden Demokratie.

Nationalpark Costa Rica
Die Natur ist die Nummer eins in Costa Rica – wie hier in diesem traumhaften Nationalpark.

Auch in Sachen Ökologie ist Costa Rica Vorreiter: 90 Prozent des Energiebedarfs wird durch regenerative Energien erzeugt. Costa Rica beherbergt zahlreiche Nationalparks, die zum Teil wegen ihrer einzigartigen Ökosysteme von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurden. Mehr als ein Viertel des Landes steht unter Naturschutz.

Schon früh hat Costa Rica den Wert seiner Natur erkannt und will mit nachhaltigem Ökotourismus Fauna und Flora auch für die Zukunft schützen.

Nachtwanderung durch den Urwald: Ein Abenteuer für Mutige

In anderen Ländern läuft man stundenlang durch den Wald, um am Ende ein Äffchen im Baumgipfel zu erspähen. In Costa Rica dagegen wird man mit Überfluss belohnt. Trotz der überschaubaren Größe beherbergt das Land rund sechs Prozent aller weltweiten Arten an Tieren und Pflanzen.

Grund dafür sind die verschiedenen Klimazonen, die ganz unterschiedliche Lebensräume bieten. Allein über 860 heimische und sechs endemische Vogelarten sind in Costa Rica heimisch. Hier kommen Vogelbeobachter und Ornithologen nicht mehr aus dem Staunen heraus.

Außerdem gibt es hunderte Spezies von Säugetieren, knapp vierhundert Reptilien- und Amphibienarten. Unter den zahlreichen Pflanzenarten zählen über tausend zur Familie der Orchideen.

Kapuzineräffchen im Urwald Costa Rica
Das Kapuzineräffchen fühlt sich in den Urwäldern Costa Ricas sichtlich wohl.

Die gigantischen Urwaldriesen bieten Lebensraum für Säugetiere wie Brüllaffen, Kapuzineräffchen oder Faultiere. In den unteren Ebenen des Waldes sieht man Kolibris, die mit 40 bis 50 Flügelschlägen pro Sekunde in der Luft zu stehen scheinen, um den Nektar aus den schillernden Blüten zu trinken. Man könnte ewig so weitermachen.

Keine Halluzinationen, nur ein Pilz

Wer mit allen Sinnen in diese besondere Tierwelt eintauchen will, der sollte eine Nachtwanderung machen. In der Dunkelheit sind die Touren besonders eindrucksvoll. Mit einem erfahrenen Guide und mit Taschenlampen bewaffnet, bahnt man sich den Weg durch den dichten Wald. Ziel: Die Sichtung der nachtaktiven Tiere.

„Jetzt das Licht aus und Ruhe“, fordert der Dschungelguide auf. Sobald die Lampen erloschen sind, ist die Dunkelheit fast greifbar, kein Mondlicht kommt durch die dichten Kronen der Bäume.

Im Stockdunkeln wirkt plötzlich alles umso lauter. Rundherum zischt, raschelt und zirpt es. Die Insekten und Frösche veranstalten ein Konzert.

Als Besucher stellt man sich vielleicht lieber nicht zu lebhaft vor, was da alles gerade um einen herumschleicht.

Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit. Leuchtet da etwas? Irgendwie scheint es, also würde von den Bäumen ein Lichtschimmer ausgehen. Doch keine Sorge, es sind keine Halluzinationen. Ein Pilz, der vor allem morsche Holzstücke befällt, sorgt mit einer chemischen Reaktion für das geheimnisvolle Leuchten.

Aug in Aug mit dem Rotaugenlaubfrosch

In der Nacht stehen die Chancen besonders gut dem Rotaugenlaubfrosch zu begegnen. Doch auch Schlangen und Spinnen sind jetzt auf Beutezug, und Ameisen in XXL-Format.

Während die Affen in den Baumkronen schlafen sind auch seltene Tiere wie der Tapir unterwegs. Mit etwas Glück begegnet man dem eigenartigen Tier, das zwar wie ein Wildschwein aussieht aber näher mit Nashörnern und Pferden verwandt ist. Mit einer  Größe von 1,5 Meter können sie einem einen gehörigen Schrecken einjagen, wenn sie polternd vorbeirennen.

Hängebrücke Urwald Costa Rica
In schwindelerregender Höhe bieten sich ganz neue Blicke auf den Urwald.

Auch größere Tiere leben hier. In den Wäldern sind Pumas, Jaguare und kleine Ozelotkatzen zuhause. Mittlerweile sind diese Tiere aber sehr selten geworden und leben zurückgezogen in den Wäldern. Wahrscheinlicher als die Begegnungen mit den Großkatzen sind die mit Kleinbären. Waschbären, Nasenbären und Wickelbären treiben in Gruppen ihr Unwesen und sind neugierige Zeitgenosse, die sich gerne bei den Touristen blicken lassen.

Um die Tiere in den höheren Lagen besser sehen zu können gibt es in einigen Wäldern wie dem Nebelwald in Monteverde Hängebrücken. In schwindelerregender Höhe entdeckt man den Wald aus einer anderen Perspektive.

Lavaströme, Strandtage und Thermalquellen: Die Qual der Wahl

Wen es nicht in die Höhen des Waldes zieht, der paddelt mit dem Boot oder Kajak auf den Flüssen entlang. Im Nationalpark Tortuguero, im Norden der Karibik, lohnt sich eine Bootsfahrt besonders. Zuerst gleitet man sanft durch den Regenwald, um danach an der Karibikküste traumhafte Strände zu entdecken.

Wer zum richtigen Zeitpunkt hier ist, zwischen Januar und Februar, der kann an den Stränden den Schildkröten bei der Eiablage zuschauen. Besonders eindrucksvoll sind die großen Lederrückenschildkröten, die sich langsam ihren Weg aus dem Wasser bahnen. Ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Vulkan Arenal
Aktiver Riese: Der Vulkan Arenal ist eine der Hauptattraktionen des Landes.

Neben Traumstränden und Dschungel sind Vulkane die Hauptattraktionen des Landes. Glühend rote Lavaströme lassen sich am aktiven Vulkan „Arenal“ beobachten. Am Fußes des Vulkans befindet sich der Arenal-See, der nicht nur viele Tierarten beheimatet, sondern auch Surfern Freude bereitet. Starke Winde manchen den See zum perfekten Surfspot abseits der beiden Meere.

Saure Kraterseen: Vorsicht geboten

Weniger einladend sind da die Seen am Poá. Sie gehören zu den sauerste Kraterseen der Welt. Auch wenn das Türkis des Wasser bildbuchmäßig ist, sollte man ihm nicht zu nahe kommen.

Auch am höchsten Vulkan Costa Ricas, dem auf 343 Metern gelegenen Irazú wartet solch ein Säuresee. Auch die ständigen Eruptionen des Vulkans sorgen dafür, dass der Irazú als gefährlich gilt. Für Studenten und Wissenschaftler ist er dank seiner geologischen Besonderheiten ein Quell des Wissens.

Abendaufnahme Resort
Neben Traumstränden locken in Costa Rica auch traumhafte Ressorts.

Wenn wir schon beim Thema „Quellen“ sind: Am Cerro Chirripó, dem höchsten Berg des Landes, hat man nicht nur einen einmaligen Blick auf beide Weltmeere, den Pazifik und Atlantik. Man kann nach der Gipfelerkundung in die rund 40 Grad heißen Thermalquellen eintauchen, die für alle Anstrengungen entschädigen.

Wer nach Costa Rica kommt, der wird verwöhnt: Einmalige Naturerlebnisse reihen sich aneinander, Traumstrände laden zu Ruhepausen ein. Und dann sind auch noch die Einheimischen so freundlich, das man am liebsten gleich bleiben würde.

Diese Herzlichkeit brachte ihnen den Spitznamen „Ticas“ und „Ticos“ ein.  Die Costa Ricaner lieben es nämlich Wörter zu verniedlichen und hängen deshalb überall ein -ico und -ica an.

Besuch beim kleinen Nachbarn: Abstecher nach Panama

Es lohnt sich, bei einem Urlaub in Costa Rica die netten Menschen für eine Zeit zu verlassen und die Nachbarn in Panama zu besuchen. Denn, das wusste schon Janosch: Panama ist schön! Sehr schön sogar.

Panama gerät bei den Reisenden zwischen den beliebten Nachbarn Costa Rica und Kolumbien gerne in Vergessenheit. Das ist schade. Denn dort warten mindestens genauso weiße Strände, Regenwälder, zahlreiche Möglichkeiten für Wassersport aber auch imposante Städte auf die Besucher.

Palmenstrand in Panama
Oh wie schön Ist Panama! Noch Fragen?

Der Panama-Kanal ist wahrscheinlich das erste, was einem zu diesem Land einfällt. Was die Pyramiden für Gizeh für Ägypten sind, ist der Kanal für Panama. Er wird gerne als achtes Weltwunder betrachtet.

Ganze zehn Jahre dauerte der Bau, über 20.000 Arbeiter ließen während dieser Zeit ihr Leben. All das für einen Kanal? Um das zu verstehen, muss man bedenken, dass diese Verbindung Handelsschiffen ganze 15.000 Kilometer Seeweg spart. Eine immense Einsparung und der wichtigste Wirtschaftsfaktor des Landes.

Paradiesische Inseln: Bocas del Toro

Janosch, Panamericana oder Panama-Kanal: Panama ist ein Land, das viele Sehnsüchte weckt. Mit dem Motorrad die Panamericana entlang, mit dem Rucksack durch die Regenwälder oder per Schiff durch den Panama-Kanal: Es gibt einiges zu entdecken.

Langweilig wird es hier garantiert nicht. Außer man will es. Dann wartet der Bilderbuchstrand für entspannte Tage.

Als besonders schön gilt die Inselgruppe Archipiélago Bocas del Toro. In der Karibik warten türkisfarbenes Wasser und feine Sandstrände. Der perfekte Tag spielt sich dabei in der Hängematte ab. Auf der Holzveranda erlebt man dann auf ganz entspannte Art die relaxte Art der Südamerikaner kennen, egal ob Backpacker oder Pauschaltouristen in Luxusressorts.

Bocas del Toro
Der perfekte Tag auf den Bocas del Toro spielt sich am Wasser ab – am besten in der Hängematte.

Die Fahrt zu den Inseln ist ein wenig abenteuerlich, doch es lohnt sich: Mit dem Nachtbus geht es zum Hafenstädtchen Almirante, wo die „Chiquita“-Bananen verladen werden. Dann weiter mit dem Wassertaxi, das die Gäste in einer halben Stunde auf die Hauptinsel Isla Colón bringt.

Wer den Fuß auf den feinen Sand setzt, der ist dann schon mittendrin: Surfbars, Tex-Mex-Restaurants und Caipirinha.

Tagsüber stehen Schnorcheln und Tauchen auf den Programm. Ein wenig Sonnenbräune am Strand holen und aufs Surfbrett schwingen. Das Leben kann so schön sein.

Zwischen Spanien und Amerika: Sichtbare Einflüsse in Panama-Stadt

Was Panama ausmacht, sind die Kontraste. Vom Inselparadies Bocas del Toro, über die artenreichen Regenwälder bis hin zur Metropole Panama-Stadt reicht die Palette. In der Hauptstadt sind diese Kontraste besonders sichtbar.

Die modernen Wolkenkratzer zeigen den Einfluss der USA. In der Altstadt Cisco Viejo wiederum ist die frühere spanische Kolonialmacht bis heute spürbar. Im historischen Teil von Panama-Stadt führen verwinkelte Gassen zu prachtvolle Kirchen und an kunterbunte Hausfassaden vorbei.

Panama City, Skyline
Futuristische Skyline: Panama City präsentiert sich als hochmoderne, spannende Stadt am Panama-Kanal.

Im Hintergrund ist stets die futuristische Skyline des Zentrums zu sehen. Geschichte und Moderne sind in Panama-Stadt Seite an Seite, sinnbildlich für das ganze Land.

Wie schön Panama denn nun ist, das sieht man auf den ersten Blick. Langsam spricht sich das auch bei den Touristen herum. Wer also Panama noch authentisch erleben will, der sollte das charmante Land ganz oben auf die Reiseliste setzen.

Die wichtigsten Infos:

Reisezeit:

Costa Rica und Panama sind ganzjährig gut zu bereisen. Die Trockenzeit von Ende Dezember bis April gilt als beste Reisezeit für Costa Rica und Panama, ist aber gleichzeitig auch die Hauptreisezeit.

Visum:

Deutsche Staatsbürger können mit einem noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass visafrei 90 nach Costa Rica und 180 Tage nach Panama reisen.

Hilfreiche Seiten im Netz:

 

Bildnachweis:

Titelbild: © Depositphotos.com/Wouter Tolenaars
Rotaugenfrosch: © Depositphotos.com/Brandon Alms
Boot/Nationalpark: © Depositphotos.com/Anna Omelchenko
Kapuzineräffchen: © Depositphotos.com/Stefano Ember
Hängebrücke: © Depositphotos.com/Dmitry Burlakov
Vulkan Arenal: © Depositphotos.com/Nickolay Stanev
Urlaubsressort: © Depositphotos.com/Kjersti Busk Joergensen
Palmen Panama© Depositphotos.com/Jesse Kraft
Bocas del Torro: © Depositphotos.com/Marek Poplawski
Panama City: © Depositphotos.com/Alfredo Maiquez

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