Österreich-Trilogie: Wien, Salzburg, Graz

Wir erkunden unser Nachbarland Österreich bei einem Städtetrip, der zeigt: Man muss nicht immer in die Ferne schweifen, um besondere Orte zu erleben! Unsere Österreichreise führt durch die drei Städte Wien, Salzburg und Graz. Was uns erwartet: Drei Städte, drei Rubriken mit je drei Tipps in Sachen Kultur, Kulinarik und Kreative Orte.

Wien: Wenn Naschen zur Lieblingsbeschäftigung wird

Das typische Bild in Wien: Die Fiaker vor der Hofburg

Kultur in Wien

Leopold Museum

Museum gibt es in Wien en masse. Das Kulturhistorisches Museum, das Albertina, die Kunsthalle – sie alle sind einen Besuch Wert. Wer sich für Expressionismus interessiert, der ist im Leopold Museum richtig. Das Leopold Museum im MuseumsQuartier beherbergt die weltgrößte Sammlung an Werken von Egon Schiele und die wichtigste Sammlung österreichischer Kunst. So steht Gustav Klimt, der wichtigste Künstler der Wiener Secession im Fokus, österreichische Expressionisten wie Oskar Kokoschka und Künstler nach 1918 gehören ebenfalls zur Sammlung. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Programm des Museums.

Wiener Hofburg

An der Hofburg kommt man nicht vorbei. Sie liegt mitten im Zentrum und man kann sie eigentlich gar nicht meiden. Sollte man auch nicht, ganz im Gegenteil! Wer sich für die Geschichte der Habsburger interessiert, gerne Kostbarkeiten aus Silber bestaunt oder in die Schlafzimmer der Herrscher schaut, dürfte sich hier wohlfühlen. Für alle Fans der Kaiserin ist das Sisi-Museum der Himmel auf Erden. Wer nicht unbedingt ins Innere der Hofburg will, entspannt auf der Wiese im Hof, betrachtet die Fiaker, also die Kutscher, bei der Arbeit oder wirft einen Blick von der Straße aus in die Stallungen spanische Hofreitschule. Wien ohne Hofburg, das geht einfach nicht.

Zentralfriedhof

Warum sollte man auf Reisen einen Friedhof besuchen? Gute Frage! In Wien ist es allerdings einfach: Weil der Zentralfriedhof einfach zum Selbstverständnis der Wiener dazugehört. Den Wienern sagt man nach, sie hätten ein inniges Verhältnis zum Tod. „Der Tod ist ein Wiener“ heißt es und gerne lobt man „e schene Leich“. Bestattungen wurden wie Theater inszeniert, Leichen für Fotos schön hergerichtet und viele Gräber auf dem Zentralfriedhof sind heute wahre Pilgerstätten, so zum die Ruhestätten von Falco, Udo Jürgens oder Beethoven. Heute gehört der Zentralfriedhof zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt, auch aufgrund der Größe und Erholungsmöglichkeiten in der Natur.
Kulinarik in Wien

Naschmarkt

Auf dem Naschmarkt gibt es alles – von Obst über Gewürze bis zu Wustwaren

Ein Name, der so ganz und gar sinnig klingt: Der Naschmarkt, auf dem man sich von Stand zu Stand naschen kann. Auch wenn das durchaus eine gute Beschäftigung ist, der Name kommt gar nicht vom Naschen. Was der Name genau bedeutet, weiß keiner so wirklich. Ist aber auch egal, denn Naschen steht jetzt trotzdem auf dem Programm. Auf Wiens berühmtesten Markt reihen sich Gemüsestände an Gewürze und israelische Restaurants an Würstelbuden.

Die Verkäufer rufen ihren Kundinnen ein „Schaun’s mal schenes Fräulein“ hinterher und wer genug vom Stöbern und Probieren hat, der sucht sich ein Plätzchen in der Sonne und genießt einen Gespritzten oder eine Melange.

Auch zum Mittagessen und abends zum Dinner mit Aperitif lädt der Naschmarkt ein. Wie man es dreht und wendet: Der Naschmarkt ist immer ein gutes Ziel in Wien!

Zum Schwarzen Kameel

Die Jugendlichen treffen sich auf einen Gespritzen, die älteren Herrschaften zum Kuchen oder Mittagstisch – Das Schwarze Kameel ist ein Treffpunkt für alle Generationen! Wer draußen sitzt, genießt den Blick auf das wuselige Treiben der Fußgängerzone und die Schaufenster von Gucci, Prada und Konsorten. Drinnen taucht man ein in die authentische Wiener Kaffeehauskultur, die vom Tresen bis zu den Toiletten reicht.

Breakfast Club

Ein kleiner Geheimtipp unweit der U-Bahnhaltestelle Kettenbrückengasse und Naschmarkt ist das Frühstückslokal „Breakfast Club“. Hier gibt es eine riesige Auswahl von orientalisch über vegetarisches oder süß – hier wird jeder glücklich. Im Hintergrund spielt der Schallplattenspieler Musik aus den 60ern, die Wand ziert das Cover von Pink Floyds „The Dark Side of the Moon“. Der Breakfast Club sieht auf den ersten Blick sehr hip aus, doch das Publikum ist herrlich gemischt. Neben den Geschäftsmänner im Anzug, sitzt ein asiatisches Pärchen mit ihren , daneben bestellen eine Oma und ihre Enkelin Pancakes.

Kreative Orte in Wien

Kabarett

Witzig, fies, verrucht: Kabarett gehört zum Wiener Nachtleben einfach dazu und so hat die Stadt gleich mehrere Bühnen für die Kleinkunstszene. Im Vindobona kommen vor allem Eigenproduktionen auf die Bühne, die sich mit Thema Integration befassen. Darüber hinaus gibt es alles, was das Kleinkunstherz begehrt: Revue, Burlesque-Show und Varietés. Ein Blick ins Programm lohnt sich.

Skybar Sofitel

Einen richtigen Wiener Wein trinkt man am besten in den Heurigen. Doch wer den Abend mit einer besonderen Aussicht verbringen will, dem sei die Skybar im obersten Stock des Sofitels ans Herz gelegt. Hier oben hat man nicht nur einen Rundumblick über Wien inklusive Prater, hier darf man auch die außergewöhnliche Decke vom Multimediakünstlerin Pipilotti Rist bewundern. Absolut sehenswert!

Strandbars an der Donau

Ebenfalls eine gute Idee für ein paar Drinks sind die Strandbars an der Donau. So zum Beispiel die Strandbar Herrmann. Doch gibt es echtes Beachfeeling mit DJs, Cocktails und guter Lauen. So lässt sich ein lauer Abend in Wien ganz entspannt ausklingen.

 

Salzburgs imposantes Stadtbild

Kultur in Salzburg

Mirabellgarten

Salzburg, die Mozartstadt hat so einiges an Kultur zu bieten, allem voran Mozarts Geburtshaus, die Festung Hohensalzburg und vieles mehr. Unser Tipps für alle, die nur Zeit für eine Aktivität haben ist das Schloss Mirabell mit dem wunderschönen Mirabellgarten.

Hier schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Kultur und Natur.

Das Schloss ist vor allem bei Hochzeitspaaren beliebt und gilt als eine der schönsten Hochzeitslocations in ganz Österreich. Im Schloss Mirabell sind heute zudem die Amtsräume des Salzburger Bürgermeisters und der Stadtverwaltung.

Mozarts Geburtshaus

Wer mehr Zeit im Gepäck hat, der sollte einen Blick ins Mozarts Geburtshaus werfen. Hier bekommt man Einblick in das Leben des berühmtesten Bewohner der Stadt. In der Getreidegasse 9 erblickte Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Januar 1756 das Licht der Welt. Bis 1773 lebte Mozart dort mit seiner Familie und seiner Schwester Nannerl.

Festung Hohensalzburg

Das Beste an der Festung Hohenburg: Man kann sie mit der Drahtseilbahn erreichen, die über die Festungsgasse in der Altstadt geht. Hier oben vom Wahrzeichen der Stadt hat man einen außergewöhnlichen Blick. Aber auch die Festung selbst ist sehenswert. Wer will, besucht das Museum oder nimmt an einer Führung teil. Alle anderen machen einfach einen kleinen Spaziergang auf dem Hausberg.

Kulinarik in Salzburg

Konditorei Fürst

Salzburg ohne Mozartkugeln, das geht nicht. In der Konditorei Fürst geht man zurück zum Ursprung der süßen Kugeln. Der Konditor Paul Fürst war es, der die Mozartkugeln kreierte. Die original Mozartkugeln sind blau-weiß verpackt und ausschließlich in den Fürst-Filialen in Salzburg erhältlich.

Mozartkugeln und mehr

Restaurant M32

Wer das Museum der Moderne besucht, sollte sich ein wenig Hunger aufheben oder zumindest Durst haben. Direkt am Museum befindet sich das Restaurant M32, eine Eventlocation mit einer beeindruckenden Aussicht. Bei einem leckeren Mittagessen lässt es sich prima nach dem Museumsbesuch verschnaufen und das gute Essen in stylischer Atmosphäre genießen. Wer keinen Hunger hat, bestellt einen kleinen Braunen oder einen Spritz und macht das gleiche: Genießen.

Urbankeller

Der Urbankeller vereint zwei Dinge: Tradition und Bioqualität. Der traditionelle Betrieb besteht aus mehreren Locations, dem urigen Wirtshaus, der „Stuben“, dem urbanen Restaurant, der Kultbar im „Eisturm“ und dem Gastgarten im Hof. Als erstes biozertifiziertes Restaurant der Stadt gibt es hier von veganen Gerichten bis hin zum Schnitzel alles aus biologischer Herkunft und von lokalen Erzeugern. Und lecker ist das allemal!

Kreative Orte in Salzburg

ARGEkultur

ARGEkultur ist das größtes unabhängiges Kulturzentrum Salzburgs für zeitgenössische Kunst und Kultur. Hier finden zahlreiche Konzerte, Kabarett, Theateraufführungen, Lesungen, Workshops und Partys statt. Wer die alternative Kultur in Salzburg kennenlernen will, der kommt an der ARGE nicht vorbei.

Kletterparcours am Mönchsberg

Einen besonderen Ort gibt es am nördlichen Teil des Mönchsberges. Hinter der Müllner Kirche wurde ein Kletterparcours auf der sogenannten Müllner Schanze gebaut, der sowohl für geübte Kletterer geeignet ist, als auch für Kletteranfänger. Wer also Lust auf etwas Bewegung hat, der sollte dem Mönchsberg einen Besuch abstatten, um sich im Kraxeln zu üben.

Zuckerl Werkstatt

Ein kleines Schmankerl am Schluss: In der Zuckerl Werkstatt dreht sich alles um Bonbons. Nach uralten Rezepten werden in der Manufaktur quietschbunte Leckereien hergestellt. Wer mehr Wissen möchte, kann sich für einen der bliebten Workshops anmelden und selbst Hand an die Zucker anlegen. Ohne eine Tüte der süßen Zuckerl sollte man den Laden definitiv nicht verlassen.

Graz: Vom Schloßberg zum Parkhouse

Blickfänger Kunsthaus

Kultur in Graz

Der Schloßberg mit Uhrturm

123 m hoch ist der höchste Punkt der Stadt. Hier auf dem Schloßberg steht das Wahrzeichen der Stadt, der Uhrturm mit der Glocke namens Liesl. Vom Gipfel trennen einen entweder 260 Stufen oder eine kurze Fahrt mit der Schlossbergbahn. Oben angekommen warten der Türkenbrunnen und die Stallbastei. Auf der Kasemattenbühne finden viele Konzert statt. Für Kinder ist die Märchengrottenbahn am Fuße des Schlossberge der Lieblingsort.

Kunsthaus

„Friendy Alien“ – so nennen die Grazer gerne das Kunsthaus. Das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Gebäude sieht aber auch wirklich ein wenig befremdlich aus: Knubbelige „Nozzels“, eine Außenhaut aus Acrylglas mit Leuchtstoffröhren und ganze 11.100 Quadratmeter Nutzfläche. Heute ist das 2003 eingeweihte Gebäude, das von den Londoner Architekten Peter Cook und Colin Fournie entworfen wurde, das neue Wahrzeichen der Stadt.

Schloss Eggenberg

Schloss Eggenberg in Graz ist die größte und bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark. Nicht weniger als 24 Prunkräume hat das Schloss zu bieten. Unbestrittener Höhepunkt: der Planetensaal mit dem1685 fertig gestellten Gemäldezyklus des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher.
Vier Museen, der Schlossgarten und viele Veranstaltungen sorgen dafür, dass die Besucher gut unterhalten werden.

Kulinarik in Graz

Stainzerbauer

Was wäre die Steiermark ohne sein Kürbiskernöl? Im Gasthaus Stainzerbauer können Interessierte an einer Kürbiskernölverkostung teilnehmen. Sonst kommen regionale Klassiker wie Grazer Krauthäuptel, Weizer Lamm oder Forellen aus der Oststeiermark aber auch fast vergessen Gerichte aus der Steiermark auf den Teller. Wie die Flecksuppn oder das Beuschel.

Starcke Haus

Der Schloßberg lädt zum Einkehren ein.

Wer sowieso auf dem Schloßberg ist, der kann den Besuch mit einer Einkehr in das ehemalige Winzerhäuschen, dem Starcke Haus, verbinden. Heute findet man hier gehobene Gastronomie im Restaurant und das Café-Bistro mit Terrasse. Neben lokaler und saisonaler Küche gibt es hier auch Events wie Ayurveda-Kochkurse, Picknickkörbe zum Mitnehmen oder Candle-Light-Dinner.

Parks

Bio, Fairtrade, sozial engagiert und eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Speisen – das ist das Parks und zwar gleich zweimal. Das Parks Art befindet sich in der Griesgasse, das zweite Parks in der Zinzendorfgasse. Auf der Speisekarte stehen gesundes Frühstück, Kaffee mit Milchalternativen, Snacks und täglich frische Tagesgerichte.

Angestellt werden im Parks Menschen mit Behinderung und junge subsidär Schutzbedürftige.

Kreative Orte in Graz

Skywalk im Kastner&Öhler

Das Kaufhaus Kastner&Öhler lohnt nicht nur wegen seinen Einkaufsmöglichkeiten, das Besondere ist der kleine Skywalk im 6.OG. Von hier oben hat man einen einmaligen Blick über die Dächer der Stadt.

tag.werk

Apropos shoppen: tag.werk ist ein Laden, den man auf dem Schirm haben sollte. Hier werden individuelle Designprodukte aus recycelten Materialien produziert. Beschäftigt werden junge arbeitssuchende Menschen. Eine gute Sache für pfiffige Mitbringsel.

Parkhouse

Wer abends entspannt ein Bier oder einen Cocktail trinken will und dabei auch etwas Live-Musik nicht abgeneigt ist, besucht das Parkhouse. Mitten im Stadtpark trifft sich im Sommer die ganze Stadt und lauscht den regelmäßig stattfindenden Konzerten. Ab und an gibt es sogar kleine Feuershows auf der Wiese zu sehen.
Was sind eure Lieblingsorte in unseren drei Österreich-Metropolen? Verratet sie uns doch in den Kommentaren!

Wir empfehlen:
Mozartkugeln
Kaffeearomadose mit gratis Dosierlöffel

Bildnachweis:
Titelbild: © Depositphoto –  Fabrizio Zanier
Fiaker: © Julia Schattauer
Wurstwaren: © Julia Schattauer
Salzburg: © Depositphoto – Jakob Radlgruber
Mozartkugeln: © Depositphoto – Rostislav Ageev
Kunsthaus: © Depositphoto – Yury Gubin
Sitzbänke: © Depositphoto – Dalibor Brlek

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