Das Weihnachtsland Erzgebirge

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Das Erzgebirge wird auch als „Weihnachtsland“ bezeichnet. Hier ist die Wiege der erzgebirgischen Volkskunst.
Im Süden Sachsens, an der Grenze zu Tschechien, befindet sich das Erzgebirge, das sich in West-, Mittel- und Osterzgebirge gliedert. Die höchsten Erhebungen dieses Mittelgebirges sind der Fichtelberg (1215 Meter) auf deutscher Seite sowie der Keilberg (Klinovec , 1244 Meter ü. NN) auf böhmischen Boden. Jährlich zieht es Tausende Winterurlauber in diese Region um Oberwiesenthal.
Von der Bezirksstadt Chemnitz aus, dem „Tor zum Erzgebirge“, ist der Autofahrer in etwa einer Stunde in der höchstgelegen Stadt Deutschlands (790 m ü NN).

Zur Geschichte des Schwibbogens

Die Ursprünge des Silberbergbaus im 16. Jahrhundert sind hier zu finden. Das Erzgebirge war einige Hundert Jahre mit dem Bergbau verbunden. In harter Arbeit unter Tage wurde das Erz abgebaut. Die Bergleute sahen nur selten das Sonnenlicht. Die Sehnsucht nach Licht drückte sich in den vielen Kerzen aus, die in jedem Haus, an den Fenstern leuchteten.
In den wenigen Freizeitstunden wurde im Familien- und Freundeskreis zusammengesessen und in Handarbeit Wertvolles hergestellt: Klöppeldecken, geschnitzte Figuren, die das Leben der armen Bevölkerung darstellten.

Manches Volkslied entstand bei solchen Hutzenabenden, mancher Heimatberg in Miniaturformat brachte „Leben in die gute Stube“.

Als der Bergbau keine Erwerbsquelle mehr war, wurde aus Hobby wichtiger Brotverdienst. Pyramiden, Nussknacker, Räuchermännchen entstanden. Der Schwibbogen, symbolische Darstellung des Mundloches (für die Bergmänner Eingang in den Schacht), ziert bis heute viele Fenster in der Adventszeit.
Nach der letzten Schicht, der „Mettenschicht“, haben die Bergleute ihre Grubenlaternen (die noch einen letzten Rest „Brennstoff“ enthielten) außen um den Stolleneingang gehängt. Heute sind es die elektrischen Lämpchen oder die Kerzen und Teelichter, die auf dem Schwibbogen brennen.

Nussknacker und Schwibbogen © Depositphoto – Edith Czech

 

Bergmann und Engel – diese beiden Symbolfiguren sagen aus, dass die Anzahl der beiden, an Fenstern mit Lichtern bestückt, auf die Kinderschar (Mädchen – Engel, Jungen – Bergmänner) der Bewohner zu schließen ist.

 

Historisches – Tradition – Sehenswürdigkeiten

Ein Besuch in Olbernhau, Marienberg, Seiffen, Annaberg als die Zentren der erzgebirgischen Tradition, lohnt sich immer! Heimatmuseen erzählen aus vergangenen Tagen der Erzgebirgler. Dem Ursprung der Aussage: „Das macht nach Adam Ries …“ kann der Besucher des Weihnachtslandes in Annaberg (dem Geburtsort des Rechenmeisters) auf den Grund gehen.

Hammer- und Bergwerke sowie Schauwerkstätten, in denen die Produktionsvorgänge in traditioneller Art demonstriert und erklärt werden, sind beeindruckende Erlebnisse, wie es beispielsweise im Frohnauer Hammer und in Seiffen (deren Ortskirche als Modellvorlage für unzählige Pyramiden dient) möglich ist.

Kirche in Seiffen © Depositphoto – Liane Matrisch

 

Heimat- und Hutzenstuben gerade in der Weihnachtszeit zu besichtigen hat einen besonderen Reiz. Das Reiseziel Deutschland – für den einen hip, für den anderen uncool!

Zu jeder Jahreszeit lohnt sich der Aufenthalt an den Geyerischen Teichen. Der Natur See, inmitten heimischer Wälder, lockt in der Badesaison besonders Familien mit Kindern zur Erholung ein.
Das Gebiet um den Greifenbach-Stauweiher lädt im Winter ebenfalls zu ausgedehnten Spaziergängen oder zum Langlauf ein.

Zum Abenteuer kultureller Art kann der Besuch des Naturtheaters an den Greifensteinen werden. Hautnah wird Geschichtliches den kleinen und großen Zuschauern vermittelt. Das Leben des Wildschützen Karl Stülpner, der in Scharfenstein geboren wurde und als Volksheld bis heute hohen Bekanntheitsgrad besitzt, wird viele faszinieren. Der Blick in sein ehemaliges Versteck, die Stülpner-Höhle in der Nähe der Greifensteine, wird die Legenden noch lebendiger werden lassen.
Ein Erlebnis besonderer Art ist die Fahrt mit der Schmalspurbahn von Cranzahl bis Oberwiesenthal, dem höchstgelegenen Ort Deutschlands.

Sächsische Schmalspurbahnen Quelle: WIKIPEDIA

Wellness und Sport in der Mittelgebirgsregion

Für Sport- und Naturfreunde sind die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten, die im Erzgebirge zu finden sind, Anziehungspunkte für Jung und Alt. In Warmbad (Wolkenstein) bietet die älteste und wärmste Heilquelle Sachsens in der Silbertherme Entspannung und Erholung für Ruhebedürftige.
Kinder und Jugendliche tummeln sich lieber im Freizeit- und Erlebnisbad in Marienberg.

Mit der Fichtelberg-Schwebebahn ist der Bergaufstieg zum 1215 Meter hohen Gipfel kinderleicht! Oben angekommen kann es sogar sein, dass Skisprunglegende Jens Weißflog ein „Glück auf“ wünscht! Für die Bewohner des Erzgebirges ist dieser alte Bergmanns-Gruß als Wunsch und Hoffnung bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

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Titelbild: © Depositphoto –  Liane Matrisch

 

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