Berge oder Meer? 5 Reiseblogger packen aus

Berge oder Meer?

Entweder – oder? Besteht nicht das ganze Leben aus dieser Abwägung? Oder ist „sowohl als auch“ die bessere Lösung?

Beim Thema Reisen ist das nicht anders. Auch hier gilt es viele Dinge, Vorlieben, Entscheidungen abzuwägen, um für sich das Beste herauszuholen.

In der Rubrik „Entweder – oder?!“ fragen wir jeweils 5 verschiedene Reiseblogger nach ihrer Meinung zu ganz unterschiedlichen Themen des Reiselebens. Weiter geht es heute mit „Berge oder Meer?“

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Corinna, Aussteigen bitte!

Berge oder Meer - Corinna Laimer

Berge oder Meer? Für mich auf jeden Fall das Meer. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich als Kind schon mit meiner Familie Urlaub in Griechenland gemacht habe. Hätten wir Urlaub in den Bergen gemacht, wäre es vielleicht anders gekommen. Doch schon mein Opa war ein alter Seebär, der das Segeln geliebt hat. Das ist wohl das Einzige, was ich nicht so gerne mag. AUF dem Wasser sein. Leider scheint mein Gleichgewichtsorgan das Meer nicht so sehr zu lieben, denn ich werde unheimlich schnell seekrank.

Trotzdem… Wenn ich das Meer sehe, höre und rieche, dann habe ich das Gefühl, dass meine Seele einen tiefen, zufriedenen Seufzer macht.

Es gibt einfach nichts Besseres für mich, als meine Füße in einen Sandstrand zu buddeln oder barfuß einen Spaziergang am Wasser zu machen. Mich beruhigt der Klang der Wellen und diese Weite. Natürlich hält mich auch kaum etwas davon ab, ins kühle Nass zu springen. Ich liebe das Gefühl unterzutauchen und dann ist es plötzlich ganz still. Man ist nur noch bei sich.

Ich mag natürlich auch die Berge. Sie sind schön, aber das Meer hat einfach eine andere Bedeutung für mich. Es reinigt meine Seele und lädt mich wieder auf. Also daher muss ich ganz klar sagen: Ich bin #TeamMeer

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Erika, ulligunde.com

Berge oder Meer - Erika von Ulligunde

Berge oder Meer? Die Antwort fällt bei mir mit meinem Kletter-Blog wohl kaum überraschend aus! Ich wähle die Berge, wobei es für mich nicht wichtig ist, ob sie flach, sehr steil oder sehr hoch sind – ich finde an allen Freude. Eine Nacht auf einem Gipfel, das Schuhe-Ausziehen nach zig Stunden anspruchsvollem Steigen oder auch der Dialog mit dem eigenen Schweinehund, der manchmal lieber unten in der Sonne lümmeln würde, anstatt sich hier oben seiner Angst zu stellen.

Davon abgesehen, dass man über die Jahre aber immer routinierter wird, lernt man durch die Berge auch, immer wieder seine Komfortzone ein (kleines!) Stück zu verlassen. Dadurch wird sie stetig größer, was auch große Auswirkungen auf mein „restliches“ Leben hat.

Ich wage inzwischen viel eher Neues und probiere Dinge aus, auch wenn sie mir im ersten Moment Angst machen. Durch die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit bin ich aber auch enorm dankbar für jeden einzelnen Tag und schätze all die Wegbegleiter sehr, denen ich mein Leben vertrauensvoll in die Hände legen konnte. Mit ihnen verbindet mich ohne Ausnahme eine enge Freundschaft.

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Stephanie und Alex, morgen-ist-einfach

Berge oder Meer - Stephanie und Alex Oettl

Berge oder Meer? Meer oder Berge? Setzen wir bereits bei der Reihenfolge der Fragestellung unsere Prioritäten? Aber ganz ehrlich, für eins entscheiden können wir uns nicht. Muss man das überhaupt? Es ist die Abwechslung, die es ausmacht und die jeweilige Prise vom anderen, um beides miteinander zu harmonisieren.

28 und 18 Jahre lebten wir nun an der Küste, an der wunderschönen weiten Küste, die aufbrausende Nordsee direkt vor uns. Genau dann sehnt man sich ab und an nach den Bergen und genießt die Zeit dort intensiver. Es ist immer wieder faszinierend, was für eine Macht ein Berg oder ein Gebirge ausmachen kann. Auf der anderen Seite symbolisiert das Meer die unendliche Weite …

Derzeit befinden wir uns in Spanien und wir lernen: Man kann auf einem Berg sitzen und gleichzeitig die Aussicht auf das Meer genießen. Man kann am Strand stehen und die Berge im Rücken oder ringsherum wohlwollend wahrnehmen. Also warum sollen wir uns entscheiden, wenn wir beides haben können?

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Tanja, Reiseaufnahmen

Tanja Starck

Ob Last Minute oder weit im Voraus geplant: Wenn ich an mein nächstes Reiseziel denke, dann lande ich unweigerlich am Meer. Es ist nicht so, dass ich etwas gegen Berge hätte. Im Gegenteil, dem Wochenendtrip auf einen Hausberg in der Umgebung kann ich durchaus viel Freude abgewinnen. Aber wenn es um die kostbaren Urlaubstage geht, dann soll es doch bitte das Meer sein.

Ich erinnere mich noch gut, in den 90ern eine TV-Serie namens „Mallorca“ geschaut zu haben. Damals war ich bisher erst wenige Male überhaupt am Meer, aber verfolgte schon tapfer die These: „Menschen, die am Meer leben, sind einfach glücklicher“. Ob ich das heute immer noch so sehen würde, das wage ich zu bezweifeln. Aber das Meer hat schon etwas Besonderes und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es mich immer wieder genau dahin zieht.

Immer, wenn ich dann da bin, schließe ich kurz die Augen, versuche das in der Luft liegende Salz tief einzuatmen und hoffe auf laut schlagende Wellen, die ich in meiner Erinnerung speichern kann. Besonders schön natürlich, wenn es auch noch ein Meer ist, in dem man baden und anderen Wassersport wie Kajaken oder Schnorcheln betreiben kann. Ist aber kein Muss, denn allein der Anblick der Weite des Meeres reicht schon völlig, um mich glücklich zu machen. Wahrscheinlich wähle ich deshalb auch so gerne Road Trips, die sich nahe einem Meer abspielen, wie zuletzt meine Südafrika Rundreise entlang der Garden Route (siehe Foto).

So, und wo ist jetzt bitte das nächste Meer? Ich hab schon wieder Sehnsucht, dabei ist der letzte Stopp am Meer kaum zwei Monate her … Einmal Meer, wohl immer mehr Meer, oder so.

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Caro und Moritz, Gipfelträumer

Caro Lipp und Moritz Hübner

Meer oder Berge? Wir haben es wirklich versucht. Wir haben uns richtig angestrengt. Doch wir haben es nicht geschafft. Wir konnten uns nicht entscheiden.

Caro ist sehr heimatverbunden und mit den Bergen aufgewachsen. Das Gefühl, ganz oben auf dem Gipfel zu stehen, zu sehen, was sie geschafft hat und diesen Moment zu genießen, sind nur ein paar Gründe warum sie die Berge liebt. Dort fühlt sie sich vollkommen in ihrem Element.

Moritz ist ebenfalls ein Spezialist, was Bergsportarten angeht. Snowboarden und Downhill gehören zu seinen großen Leidenschaften. Doch er liebt die Herausforderung und somit auch das Meer. Auf unserer großen Reise hat er das Surfen für sich entdeckt. Es hat auf ihn eine beruhigende Wirkung, Wellen faszinieren ihn und geben ihm das Gefühl von Freiheit und Gelassenheit.

Wir können uns nicht entscheiden und genießen die Möglichkeit, jeder Zeit unser Verlangen und unsere Sehnsüchte zu stillen. Uns zieht es genau dorthin, wo die Sterne richtig stehen… an einen wundervollen Sandstrand an der portugiesischen Algarve oder auf die wunderschöne Bergkette im Allgäu.

 

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