Survivalguide China – So meisterst Du die erste Reise ins Land der Mitte

Verwirrende Schriftzeichen, exotisches Essen, gewöhnungsbedürftige Toilettensituation – China ist ein Land voller Superlative und Besonderheiten. Nicht nur seine Größe stellt so machen Touristen vor Herausforderungen, auch kulturelle Eigenarten und lauernde Fettnäpfchen machen die erste Chinareise zum Abenteuer. Wir haben einen kleinen Survialguide China erstellt, damit Du vor der ersten Reise ins Land der Mitte für das Wichtigste gewappnet sind.

Taxifahren mit Hindernissen

Wer nach etlichen Stunden im Flugzeug übermüdet aus dem Flughafengebäude kommt, der wählt gerne ein Taxi für den Weg zur Unterkunft. Verständlich, denn das ist bequemer als sich gleich mit dem Bus- oder Zugsystem auseinanderzusetzen. Reinsetzen, Ziel nennen, die ersten Eindrücke auf sich wirken lassen. Ganz so einfach ist das in China leider nicht.

Mit ein bißchen Vertrauen, erträgt sich der Fahrstil der meisten Taxifahrer – ganz gut!

Da Taxifahrer in der Regel kein Englisch sprechen, ist es wichtig die Visitenkarte von der Unterkunft oder einen Zettel mit der chinesischen Schreibweise des Hotels bei sich zu haben – am besten auch mit einer Kontaktperson und Telefonnummer. Bevor es losgeht, sollte man definitiv darauf bestehen, dass der Fahrer das Taxameter anmacht, sonst kann die Fahrt schnell unvorhergesehen teuer werden.
Nun heißt es: Vertrauen. Der Fahrstil der Chinesen ist für uns Mitteleuropäer etwas ungewohnt. Statt Panik ist hier Vertrauen angebracht. Die Taxifahrer meistern tagtäglich die Fahrten durch das Chaos. Also rausschauen und auf die Umgebung konzentrieren.

Sprachbarrieren meistern

Der Trick mit dem Zettel hilft nicht nur beim Taxifahren, auch in so ziemlich jeder anderen Angelegenheit im China. Wer zum Beispiel Vegetarier oder gegen Nüsse allergisch ist, der hat am besten immer einen Zettel dabei, auf dem in der Landessprache entsprechende vermerkt ist.

Um sich im Großstadtdschungel zurecht zu finden, lädt man sich die U-Bahn-Apps auf Englisch herunter und nutzt für Unterhaltungsversuche am besten eine Sprachapp oder hält ein kleines Wörterbuch bereit.

In Städten wie Shanghai spricht der Großteil der Bevölkerung zwar englisch, trotzdem ist die englische Sprache insgesamt nicht weit verbreitet. In Restaurants gibt es oft Speisenkarten mit Bildern, so hat man zumindest optisch einen Eindruck, was einen auf dem Teller erwartet.

Restaurantbesuch ohne Fettnäpfchen

Wenn wir schon beim Thema Essen sind: Ja, es ist richtig, in China essen sie Tiere, die wir normalerweise nicht essen – auch Hunde und Katzen. Hunde und Katzen gelten hier als Delikatesse und sind daher eher selten und teuer. Aus Versehen wird in China also so gut wie niemand Hund essen. Was schon öfter auf den Tisch kommt, sind Hühner- oder Gänsefüße, viele Knochen mit ein paar Fleischfetzen oder Entenzungen.

Restaurants sind nicht nur kulinarisch Anders!

Ansonsten ist das Essen je nach Region für unsere Verhältnisse recht salzig oder scharf. Die Chinesen essen nicht gerne roh und so sind viele Gerichte fermentiert, oder stark gebraten.

Wer mit mehreren Chinesen zum Essen ins Restaurant geht, der muss sich auf einige Besonderheiten einstellen. Es wird nicht ein Gericht pro Person bestellt, das aus Fleisch und Beilagen besteht, sondern gleich eine ganze Menge an Gerichten, an denen sich jeder bedienen kann. Dann wird geschlemmt: Schmatzen, rülpsen, schlurfen – all das ist nicht verwerflich, im Gegenteil. Je besser es schmeckt, desto lauter wird dies mit Geräuschen quittiert. Wie gut, das es diesen Survivalguide China gibt!

In der Regel bestellt der Gastgeber für alle. Getrennte Rechnungen sind absolut unüblich. Außerdem sehen die Chinesen das Bezahlen der Rechnung nicht als lästige Pflicht, sondern als Privileg und so gibt es nicht selten Streit darum, wer bezahlen darf. Diese Streitereien sind eher dem Prestige des Gastgebers geschuldet, denn wer zahlt, steht meist von Anfang an fest, nämlich der Gastgeber.

Wenn alle mit dem Essen fertig sind, wird nicht lange gefackelt. Es gibt kein Kaffee zum Abschluss oder gemütliche Plauderei, sobald der Letzte aufgegessen hat, wird bezahlt und gegangen. Übrigens: Es ist nicht unbedingt üblich zum Essen etwas zu trinken, deshalb gibt es immer noch Restaurants, besonders kleinere, die keine Getränke anbieten. Eigene Getränke mitbringen ist aber erlaubt!

Die Sache mit dem stillen Örtchen

Früher oder später ist es soweit: Die Blase drückt, man muss auf das stille Örtchen. In China muss man sich auf mindestens drei entscheidende Details einstellen, die sich von westlichen Toiletten unterscheiden: Die Toiletten sind in der Regel Hocktoiletten, es gibt meist kein Toilettenpapier und oft keine Toilettentüren. Von wegen stilles Örtchen. In China heißt Klo oft Sammelkabine. Fehlenden Türen oder Trennwänden sind für uns ungewohnt und unser Bedürfnis nach Privatsphäre deutlich stärker ausgeprägt. In der Schlange stehen und dabei zusehen, wie jemand sein Geschäft verrichtet, das ist in China an der Tagesordnung.

Wehe dem – der es mit Montezumas Rache zu tun bekommt!

Auch die hygienischen Zustände sind leider oft eine Zumutung. Am besten nimmt man also immer eigenes Toilettenpapier mit und wirft dies nach Benutzung in den Mülleimer neben den Toiletten, um Verstopfungen zu vermeiden. In größeren Städten gibt es heute auch immer öfter Toilettenpapier, allerdings wird dies manchmal per Gesichtsscanner rationiert, um übermäßigem Verbrauch vorzubeugen. Doch mittlerweile hat sich China immer mehr auf die Bedürfnisse der Touristen eingestellt. Viele Hotels haben Sitztoiletten mit Türen, Klopapier und Seife, was will man mehr?

Kein Wasser aus der Leitung

Erste Regel, wenn es um Wasser geht: Kein Wasser aus der Leitung trinken. Das Leitungswasser in China ist oft verunreinigt und keimbelastet. Mit unseren empfindlichen Mägen führt das schnell zu Durchfall und Unwohlsein und das auch schon bei kleinen Mengen. Es ist also ratsam auch für das Zähneputzen Wasser aus der Flasche zu benutzen. Selbst beim Duschen sollte darauf geachtet werden, kein Wasser zu verschlucken. Wer Trinkwasser kaufen will, der macht das am besten im Supermarkt und der Umwelt zuliebe in großen Kanistern. Straßenhändler füllen mitunter Leitungswasser in Flaschen ab, und verkaufen es.

Mit diesem Wissen ausgestattet, steht der ersten Chinareise nichts im Wege. Sie meistern Ihre erste Taxifahrt, den Restaurantbesuch und kommen dank Übersetzungszetteln ans Ziel. Doch es lauern noch mehr Fettnäpfchen im Land der Mitte. Diese verraten wir Dir im zweiten Teil des Survivalguides für China.

Blog für Chinainteressierte:

www.bambooblog.de
http://www.sinograph.ch/

 

Bestenliste (Ressourcen auf ReiseZutaten):

Taschen

 

Bildnachweis:
Titelbild: © Depositphoto – Yulia Tolshina
Restaurant: © Depositphoto – Sam D Cruz
Taxi: © Depositphoto – How Meng Chua
Frau/Mann Schriftzeichen: © Depositphoto – Li Yi an

 

 

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