Jugendreisen: Endlich Urlaub ohne Eltern

Jugendreisen

Was genau sind Jugendreisen?

Jugendreisen – eine Horde mit 30 pubertären Teenagern, die gemeinsam im Bus nach Lloret de Mar fahren. Was sich für alle jenseits der 20 nach einen Horrortrip anhört, ist für Jugendliche die perfekte Möglichkeit einen tollen Urlaub zu erleben, ganz ohne die Eltern. Zehn Tage lang heißt es dann Sommer, Sonne, Flirten und Party ohne Ende. Neben den 30 Gleichaltrigen sind ein paar junge Erwachsene dabei, die den Flohzirkus dirigieren. Sie gehen mit feiern, trösten bei Liebeskummer, aber haben auch ein Auge darauf, dass sich Alkoholkonsum und Feierlaune in vertretbaren Grenzen halten.

Für Eltern sind Jugendreisen ein guter Kompromiss. Wenn der Familienurlaub in Südtirol höchstens ein verächtliches Hochziehen der Augenbraue auslöst, dann ist es an der Zeit, den langsam großen Kindern ein wenig Freiraum zu gewähren. Für die Eltern ist es Urlaub mit Betreuung, für die Teenies eher Partyurlaub mit Datingpotential. Am Ende ist es der beste Urlaubskompromiss für beide Parteien.

Neben den typischen Strandurlauben, für die junge Menschen im Bus nach Lloret de Mar, Barcelona oder Bulgarien kutschiert werden, gibt es auch Jugendreisen, bei denen der Lernaspekt nicht zu kurz kommen soll. So sind Sprachreisen nach Irland oder Malta vor allem bei den Eltern sehr beliebt.

Aber keine Sorge liebe Eltern: Die Jugend ist ja kreativ und sorgt dafür, dass auch bei Sprachreisen der Spaß nicht zu kurz kommt. Für die Jüngeren gibt es Zeltlager und Abenteuercamps, die meist Kinder bis 14 Jahre ansprechen und oft von der Kirche oder Vereinen organisiert werden. Das Angebot an Jugendreisen steigt, denn die Nachfrage wird immer größer.

Die Vorteile von Jugendreisen

Jugendreisen lassen sich immer von zwei Seiten betrachten: die der Eltern und die der Jugendlichen. Für die Eltern besteht der größte Vorteil zweifelsohne in der Betreuung der Kinder. Sie können ihre Sprösslinge beruhigt auf Reisen schicken, die dort erste Erfahrungen im Urlaub ohne Eltern sammeln. Das ewige Streitthema rund um Reiseziele und Aktivitäten hat endlich ein Ende. Wenn die Kinder unterwegs sind, dann können auch die Eltern wieder ihren Urlaub ganz gemütlich ohne Genörgel erleben. So etwas nennt man eine klassische Win-Win-Situation.

Für die Teenies ist der größte Vorteil, dass die spießigen Eltern nicht ständig nerven und mit langweiligen Ideen daher kommen. Wandern? Nee, lass mal. Bei Jugendreisen ist alles auf den Geschmack der 16-20-jährigen zugeschnitten: Faule Strandtage, durchgetanzte Clubnächte, Poolpartys und Shoppingtouren.

Das Beste für die jungen Leute: Organisierte Gruppenreisen für Jugendliche bieten ähnlichen Luxus wie im elterlichen Heim. Das Essen steht bei Halbpension zweimal täglich auf dem Tisch und alle Unternehmungen werden von anderen organisiert. Sprich: Als Teenie kann man sich aufs gute Aussehen, snapchatten und quatschen konzentrieren. Alles andere wird von anderen erledigt.

Die Nachteile

Auch wenn die Jugendreisen von erfahrenen Betreuern begleitet werden, gewisse Sorgen können Eltern nicht immer abstellen: Geht es meinem Kind gut? Passen die Betreuer wirklich auf, dass es nicht zu viel trinkt? Hoffentlich hat es kein Heimweh.

Aber eigentlich sind es ja die Eltern, die spätestens nach zwei Tagen schon Heimweh nach den Schützlingen haben. So schnell ist all der Ärger, den es jahrelang rund ums Thema Urlaub gab, wieder vergessen.

Auch wenn sich bei Jugendreisen alles um Spaß und Feiern dreht, so gibt es doch einige Regeln, an die man sich zu halten hat. Das stößt nicht immer auf Begeisterung. Wer sich nicht an Ausgehzeiten, Treffpunkte oder sonstige Regeln hält, der muss mit Konsequenzen rechnen. Und dann merkt man als Jugendlicher, wie locker die Eltern dann doch sind. Auch keine schlechter Lernprozess.

Eine Gruppe voller Jugendlicher, das birgt allerhand Konfliktpotential: Schwärmereien, Liebeskummer, Zickenkrieg oder Testosteronmessen. Da ist Streit vorprogrammiert. Doch das gehört eben auch dazu. Das Glück für die Eltern: Bei Jugendreisen müssen sich dann die Betreuer kümmern und Streitereien schlichten.

Für wen sind Jugendreisen was?

Eine Jugendreise können Eltern und Jugendliche buchen, die merken, dass gemeinsame Urlaube nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Eltern, die ihren Teenies trotzdem einen schönen Urlaub ohne die Familie gönnen wollen, finden mit Jugendreisen eine gute Möglichkeit. Die Teenager können das machen, was ihn Spaß macht und sind dabei unter Beaufsichtigung. Ein beruhigendes Gefühl für die daheimgeblieben Eltern.

Jugendliche, die keine Lust mehr auf Familienurlaub mit den kleine nervigen Geschwistern und den öden Eltern haben, können bei Jugendreisen einiges erleben und kommen voll auf ihre Kosten. Endlich dreht sich einmal alles nur um sie. Das Gute. Es gibt immer einen Ansprechpartner, an dem man sich bei Problemen wenden kann. Denn alleine in den Urlaub zu fahren, das kann auch eine ganz schöne Herausforderung sein.

Für wen eher nicht?

Nicht alle Jugendliche sehen die Erfüllung darin, in Gruppen durch die Clubs im Balaton zu ziehen. Wer keinen Spaß an Feiern hat, der sollte sich lieber eine Reise suchen, die einen anderen Schwerpunkt hat – wie zum Beispiel Skireisen oder Wandertouren mit Jugendlichen.

Das Angebot wächst ständig und so sollte jeder seine passende Reise finden. Auch bei Jugendreisen ist es wichtig, nach den Interessen der Jugendliche zu gehen und sie nicht zu etwas zu drängen, was sie eigentlich nicht sonderlich interessiert.

Wer sehr schüchtern ist, der könnte sich in den großen Gruppen etwas verloren fühlen. Dann ist es oft besser, wenn Geschwister oder Freunde zusammen an einer Jugendreise teilnehmen.

Eltern, die absolut nichts von Party, Alkohol und ersten Annäherungen zwischen Jungs und Mädchen halten, müssen ihre Kinder wohl eher mit der Kirche ins Zeltlager schicken. Aber Hand aufs Herz: Auch da finden Teenies ihre Wege, um Spaß zu haben. Und das ist ja auch ganz normal. Also: Ab dafür!

Wer im Netz über Jugendreisen schreibt:

Welche Fragen es zu klären gibt und was man vor der ersten Jugendreise beachten sollte, darüber schreibt die Wirtschaftswoche Gründer: http://gruender.wiwo.de/ab-in-den-urlaub-start-ups-bieten-reisen-fuer-jugendliche-an/

Titelbild: Unsplash.com

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