Regeln im Hotel: Wissen für Reise-Nerds

Rubrik Fremd gelesen auf reisereporter

Auf Mallorca sind jüngst sechs Urlauber aus dem Hotel geschmissen worden. Wie die „Mallorca-Zeitung“ berichtet, waren sie betrunken ausfällig geworden. Nur wenige Tage später sprangen in einem anderen Hotel auf der Ferieninsel drei Männer vom Balkon und wurden daraufhin ebenfalls von der Polizei hinausgeleitet – inklusive Reisegepäck.

Die als Balconing bekannten Mutproben, bei denen Menschen vom Balkon in den Hotelpool springen oder von einem Balkon auf einen anderen klettern, sind auf Mallorca verboten – ebenso wie übermäßiger Alkoholkonsum oder Belästigung von Angestellten des Hotels oder anderen Urlauberinnen und Urlaubern. Wie man an den jüngsten Fällen sieht, können diese Regelverletzungen Konsequenzen nach sich ziehen.

Diese Regeln gelten im Hotel

In den Hotels an der Playa de Palma müssen Reisende beim Check-in ein Dokument mit diesen und weiteren Benimmregeln durchlesen und unterschreiben. Ein solches Dokument gibt es zwar längst nicht überall, trotzdem ist ein Hotel natürlich niemals ein regelfreier Raum.

„Es gelten die gleichen Rechtsgrundsätze und Regeln wie in jeder anderen Rechtsbeziehung beziehungsweise Vertragsverhältnis sowie die Hausordnung des Hotels“, erklärt Stefan Dinnendahl, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotelverbands, dem reisereporter.

So müssen Urlauberinnen und Urlauber beispielsweise während der Nachtruhe Lärm vermeiden, sie müssen pfleglich mit der Hoteleinrichtung umgehen und dürfen keine Gegenstände aus dem Hotelzimmer mitnehmen. Die Grundregeln sind in jedem Hotel ähnlich, „aber letztendlich kann jedes Hotel angemessene eigene Regeln aufstellen und an seinem Betreiberkonzept ausrichten“, so Stefan Dinnendahl.

Ein Rauswurf ist „Ultima Ratio“

Was aber passiert nun, wenn Touristinnen und Touristen gegen diese Regeln verstoßen – mit Absicht oder auch aus Unwissen? Landen sie dann direkt vor der Tür?

Ganz so schnell geht es nicht, erklärt Stefan Dinnendahl. „Das Verweisen eines Gastes aus einem Hotel ist immer Ultima Ratio.“ Gastfreundschaft, Vertrauen und persönliche Betreuung gehörten zum Grundauftrag der Hotellerie. In der Regel werde die Urlauberin oder der Urlauber deswegen zunächst gebeten, sich an die Regeln zu halten.

„Nur bei besonders schweren Verstößen gegen den Hausfrieden oder wenn die Sicherheit des Hotels oder anderer Gäste bedroht oder gefährdet ist, kommt es zu einer Verweisung.“ Insbesondere bei strafbaren Handlungen wie Beleidigung, Sachbeschädigung, Bedrohung oder Körperverletzung ist eine fristlose Kündigung demnach zulässig.

Was passiert nach dem Rauswurf?

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