St. Petersburg: Luxusreise in eine außergewöhnlich schöne Stadt

St. Petersburg, Panorama von der gelösten Schlossbrücke

Der Chauffeur fährt pünktlich vor. Hardy ist zufrieden. Stress kann der Boss einer international erfolgreichen Maschinenbaufirma zu Beginn einer Urlaubsreise nicht gebrauchen. Den hat er bei seinen Geschäftsreisen oft genug. Der Fahrer lädt die Koffer von Hardy und dessen Lebensgefährtin Katharina in den Kofferraum der neuen S-Klasse. Dann kann es losgehen zum Frankfurter Flughafen. Ziel: St. Petersburg.

Hardy hat mit seinen 47 Jahren schon ziemlich viel von der Welt gesehen. Reisen ist für ihn nicht der Ausnahme-, sondern der Normalzustand. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – freut er sich ganz besonders auf St. Petersburg im Sommer. Die schönste Stadt Russlands durfte er schon einige Male kurz auf Geschäftsreisen erleben. Und hat festgestellt, dass sie zu ihm passt wie kaum eine andere.

Dort ist Luxus kein Fremdwort. Wer viel hat und gerne viel ausgibt, bekommt einen angemessenen Gegenwert. Gutes darf gern teuer sein.

Grund genug, die Stadt einmal ganz privat mit seiner Liebsten zu erleben. Genießen kann Hardy aber nur, wenn er sich an den wenigen freien Tagen im Jahr um gar nichts kümmern muss. Reisen muss für ihn in erster Linie komfortabel und einfach sein. Die Visa hat seine stets aufmerksame Assistentin organisiert, genauso wie die Tickets, die Hotelbuchung und den Chauffeur-Service zum und vom Flughafen. Nicht zu vergessen den VIP-Service am Flughafen Frankfurt. Diese Dienstleistung schätzt Hardy ganz besonders.

Nicht wie Otto-Normalreisender

Kein zeitraubendes Anstehen wie für Otto-Normalreisende üblich. Um den Sicherheits-Check kommt auch er nicht herum, aber alles passiert außerhalb der klassischen Terminals und begleitet von einem VIP-Betreuer. Check-in, Gepäck sowie Ein- und Ausreiseformalitäten werden vom VIP-Service erledigt. Nach kurzer Wartezeit in der exklusiven Lounge geht es mit einer Limousine zum Flugzeug.

Zur Einstimmung auf den Urlaub gibt es erst einmal Longdrinks in der First Class der Lufthansa. Viel Zeit zum Anstoßen bleibt gar nicht, schließlich landet der Flieger schon nach zwei Stunden und 45 Minuten wieder. Nach dem Limousinen-Shuttle zum Hotel Astoria im Herzen von St. Petersburg am Isaaksplatz wartet schon die nächste Leckerei:  In der 108 Quadratmeter großen Präsidenten-Suite stehen Champagner und Kaviar für die anspruchsvollen Gäste bereit.

St. Petersburg, Hotel Astoria
Überzeugendes Ambiente: Das Hotel Astoria im Herzen von St. Petersburg am Isaaksplatz.

Vorfreude macht sich breit auf St. Petersburg und seinen Glanz, seine Geschichte und seine Kultur. Was hat es nicht alles schon für Prädikate verliehen bekommen: Venedig des Nordens, Fenster nach Europa, kulturelle Hauptstadt Russlands, eine der schönsten Städte Europas.

Sie ist noch vergleichsweise jung. 2003 hat St. Petersburg erst seinen 300. Geburtstag gefeiert. Peter der Große hat sie 1703 gegründet. Die ehemalige Hauptstadt des Zarenreichs. Die Stadt der Zaren, die ihren Reichtum stets gerne präsentierten. Genau wie Hardy. Er findet Geschmack an stilvollen, exklusiven Erlebnissen, braucht dafür aber das passende Angebot in einer optisch absolut überzeugenden Umgebung. Hier bekommt er sie.

Die magische Zeit der weißen Nächte in St. Petersburg

Es war weiß Gott nicht einfach, sich Anfang Juli aus dem Business-Trubel für ein paar Tage herauszunehmen. Doch plötzlich war da die Lücke im Terminkalender und Hardy machte Nägel mit Köpfen. Wie er das als Chef gewohnt ist. Die weißen Nächte hatte er nämlich noch nie gesehen. Von Ende Juni bis Mitte Juli dauert diese magische Zeit, von der ihm seine Geschäftsfreunde schon so oft vorgeschwärmt haben.

Aufgrund der Sommersonnwende und der nördlichen Lage geht die Sonne in dieser Zeit in St. Petersburg niemals ganz unter, sodass die Stadt in einem fast unwirklichen weißen Licht leuchtet. Kurz vor Mitternacht beginnt es zu dämmern, bevor um 4 Uhr die Sonne schon wieder ihre volle Kraft hat.

Hardy nutzt die Gunst der Stunde und lässt sich nachts bei einer privaten Bootstour die Stadt vom Wasser aus zeigen. Die kunstvollen Brücken, die prachtvollen Paläste der Zarenzeit und die stillen Kanäle versprühen in den weißen Nächten eine Stimmung zwischen leicht gespenstisch und hinreißend bezaubernd. Zu dieser Jahreszeit kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Junge Menschen tanzen auf der Straße. Die Bars und Straßencafés sind bis zum frühen Morgen voll besetzt. Hardy und seine Begleitung sehen sich das Spektakel vom Boot aus an und lassen die Sommer-verrückte Stadt auf sich wirken – im Übrigen ein städteplanerisches Meisterwerk mit 44 Inseln.

St. Petersburg Bootstour
Eine Bootstour ist die beste Möglichkeit, die ganze Pracht von St. Petersburg und seiner Paläste zu sehen.

Am nächsten Tag heißt das Motto nach einem ausgiebigen Frühstück in der Suite: Kunst und Kultur. Das sind Hardys Steckenpferde. Er liebt alles daran, saugt die Geschichten dahinter auf und lässt in vielen Gesprächen mit (Geschäfts-)Freunden mehr oder weniger dezent seinen Sachverstand aufblitzen. Und er hat das Geld dafür, sich jegliches Anstehen vor Museen oder die lästige Ticketsuche für die Oper zu sparen.

So wie im Katharinenpalast im Stadtteil Puschkin, wo es eine originalgetreue Kopie des verschwundenen, legendären Bernsteinzimmers zu sehen gibt. Der Concierge hat eine Kleingruppenführung organisiert: Hardy und Katharina. Sie bestaunen vergoldete Wände, prunkvolle Spiegel und lassen sich von ihrem privaten Führer alles über das „Achte Weltwunder“ erzählen.

St. Petersburg, Katharinen-Palast
Goldene Pracht gibt es im Tanzsaal des Katharinenpalasts zu bestaunen.

Weiter geht es mit einer Privatführung durch die Eremitage. Hardy genießt es, sich Kunstwerke in aller Ruhe ansehen zu können. Ohne sich mit anderen Menschen um die beste Sicht streiten zu müssen. Bei Nachfrage stets eine heimische Begleitung an der Seite, die fachkundig alles erklären kann. Immer auf Englisch versteht sich. Ein Businessmann braucht auch im Urlaub das internationale Feeling. Bei seinen Meetings hat er schon ein paar Brocken Russisch gelernt und lässt das gerne beiläufig in die Konversation einfließen. Katharina staunt und freut sich. Genauso wie über die Eremitage an sich, das größte Museum der Welt.

Mit mehr als 2,7 Millionen Kunstobjekten – nur ein kleiner Teil davon kann in den vielen hundert Räumen der staatlichen Galerie gezeigt werden – ist die Sammlung der Eremitage fast zehnmal so groß wie die des Louvre in Paris.

Nach so vielen großartigen Eindrücken ist abends Erholung und Stärkung in einem der vielen Top-Restaurants gefragt. Mag ja sein, dass man in Pinte XY ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Aber Hardy ist überzeugt davon: Nur was teuer ist, kann auch top sein. Von Concierge und Geschäftsfreunden gab es gleich eine ganze Menge Tipps: Caviar Bar, Tsar, L’Europe Restaurant, Francesco, Terrassa, Bellevue, Ginza, Beau Rivage und wie sie alle heißen. Normalerweise sind die Läden lange im Voraus ausgebucht. Aber Hardy hat immer die nötigen Drähte, um dort einen Tisch zu bekommen – koste es, was es wolle.

Rotwein von 1978 und selbsgemachte Pralinen zum Nachtisch

Herausragender Kaviar, fangfrischer Fisch aus dem Becken neben dem Restauranteingang, ein edles Stück Rindfleisch und dazu einen französischen Rotwein von 1978, dem Geburtsjahr von Katharina. Es tut gut, eine zehn Jahre jüngere und zugleich so hübsche Frau an seiner Seite zu wissen. Ob hier jemand ahnt, dass sie seine frühere persönliche Assistentin und Scheidungsgrund war? Egal, zum Nachtisch gibt es eine weitere süße Verlockung: eine Etagere mit frischen, selbstgemachten Pralinen.

St Petersburg, Peterhof
Da bleibt der Mund vor Staunen offen: Der Peterhof bietet mit seinen Kaskaden ein großartiges Schauspiel.

Tags darauf wird es Zeit, sich Zar Peter noch einmal ein wenig zu nähern. Oder zumindest den bemerkenswerten Dingen, die er der Nachwelt hinterlassen hat. Nach der angenehmen Fahrt mit der Limousine ist rund 30 Kilometer von St. Petersburg entfernt der Peterhof erreicht. Der einheimische Experte, der das Paar über den Seiteneingang aufs Gelände der Sommerresidenz des russischen Zaren gebracht hat, erklärt von Station zu Station ausführlich die Hintergründe des Unesco-Weltkulturerbes.

Peterhof: 5 Kaskaden und 149 Fontänen ohne eine einzige Pumpe

Eine prachtvolle Anlage, 1709 von Peter dem Großen weitestgehend selbst entworfen, um die neue russische Macht zu demonstrieren. Die „Fontänen-Hauptstadt“ Russlands glänzt mit großartigen Wasserspielen. Insgesamt 5 Kaskaden und 149 Fontänen begeistern Hardy. Vor allem aus technischer Sicht. Der Begleiter erklärt, dass die Fontänen nur durch das natürliche Gefälle und die unterirdischen Wasserquellen ununterbrochen mit Wasser versorgt werden können, ohne eine einzige Pumpe zu nutzen.

St. Petersburg
Prunk, Glanz und Kathedralen im mystischen Abendlicht: St. Petersburg hat alles zu bieten.

Am Abschlusstag darf die Kultur einmal ruhen. Prunk und Glanz gibt es nämlich auch in den Luxusmalls und Designerläden in der Konyushennaya – dem Shopping-Prachtboulevard. Sonst lässt Hardy hier etwas von seinem Chauffeur für Katharina besorgen. Doch diesmal ist sie selbst dabei, weshalb die beiden gemeinsam auf Beutezug gehen. Egal, ob Stilrichtung oder Preisklasse bei Schmuck und Haute Couture: nichts, was es hier nicht gibt.

Hardy ist einmal mehr hochzufrieden mit St. Petersburg, das so wenig mit dem zu tun hat, was man sich gemeinhin unter russischen Verhältnissen vorstellt. Stattdessen Stil, Klasse und Reichtum, wohin man nur schaut.

Er beschließt: Ich komme wieder an diesen luxuriösen Sehnsuchtsort!

Sechs Monate später ist es soweit. Diesmal hat Hardy nur zwei Tage Zeit. Vom Geschäftstermin in London aus gilt es, keine Minute davon zu verlieren. First Class ist gut, das Privatjet-Package des Hotel Astoria ist noch besser – Limousinen-Transfer vom Flughafen und zurück selbstredend inklusive. Sollte der Winter gerade härter ausfallen, hat der Wagen Spikes, damit er – obwohl es verboten ist – gut durch die Straßen kommt. Mit dem entsprechenden Kleingeld kann man in Russland immer noch ein bisschen mehr bewegen als in Westeuropa, weiß Hardy. Auch das gefällt ihm durchaus.

St. Petersburg Eremitage/Winterpalast
Erst in der kalten Jahreszeit macht der Winterpalast, der die Eremitage beherbergt, seinem Namen alle Ehre.

Zusammen mit Katharina bezieht er am späten Vormittag die Zaren-Suite im Astoria. Zum Jahreswechsel darf es doch einmal etwas Besonderes sein, oder? Das von Rocco Forte geführte Hotel bietet noch nicht allzu lange diese Form der Luxus-Übernachtung. 325 Quadratmeter. Eine Mischung aus antiken Möbeln aus dem Jahr 1912 sowie moderneren Elementen.

Ein eigenes Esszimmer in der Zaren-Suite des Hotels

Mit einem großen Schlafzimmer samt separatem Ankleidebereich und zwei begehbaren Kleiderschränken, einem Badezimmer in schwarz-weißem Marmor, einem großem Wohnzimmer, einem Fitnessraum mit eigenem Behandlungsbereich, einer mit über 300 russischen Klassikern bestückten Bibliothek, einem voll ausgestatteten Küchen- und Barbereich sowie einem Esszimmer mit Platz für bis zu 16 Gäste. Wäre Hardy nicht ohnehin großer Fan von St. Petersburg, spätestens jetzt wäre es um ihn geschehen.

St. Petersburg, Oranienbaum
Ein Wintertraum: Blick auf den Park in Oranienbaum mit dem Katalnaya Gorka Pavillon.

Doch erst einmal gilt es noch etwas zu erleben. Väterchen Frost hat pünktlich Einzug gehalten und St. Petersburg mit Schnee und Kälte versorgt. Der Concierge weiß, was nun zu tun ist: Auf geht’s mit dem Pferdeschlitten durch die Winterlandschaft in Puschkin. In teure Decken gut eingehüllt und mit wärmenden Getränken versorgt ein wahrer Hochgenuss. Eine kurze Aufwärmrunde im Amoveo Spa mit Sauna und Massage und schon gilt es, sich für den Nussknacker fertigzumachen.

Der Nussknacker am Ort der Uraufführung

Im Mariinski-Theater, einem der bekanntesten Opern- und Balletthäuser der Welt, haben die beiden eine Privatbox buchen lassen. Das märchenhafte Weihnachtsballett von Pjotr Tschaikowski dort zu sehen, wo es uraufgeführt wurde, hat Stil. Im Anschluss lockt das romantische Dinner im privaten Esszimmer der Zarensuite.

Wer braucht überfüllte Straßen voller betrunkener Menschen, wenn man den Beginn eines neuen Jahres auch so feiern kann? Mit 5 Bediensteten, Champagner, Kaviar und diesem grandiosen Blick auf das Zentrum.

Auf dem Rückflug im Privatjet blättert Hardy in ein paar Immobilienprospekten, die er sich in St. Petersburg hat mitgeben lassen. Was er dort sieht, sind herrliche Luxusapartment in historischen Gebäuden an den verschiedenen Flussufern. Vielleicht ein lohnendes Investment, denkt sich Hardy und sinkt zufrieden in seinen Schlafsessel zurück.

Dieser Text stammt aus unserer Reihe „Reisetypen“, in der wir verschiedene fiktive Reisecharaktere und ihre ganz besonderen Eigenheiten vorstellen – gern auch mit einem Augenzwinkern . Welcher Reisetyp bist du? Schreib es uns in den Kommentaren!

Bildnachweis:
Titelbild: © Depositphotos.com/Алексей Андреев
Hotel Astoria: © Depositphotos.com/Владимир Григорьев
Bootstour: © Depositphotos.com/Сергей Буторин
Katharinenpalast: © Depositphotos.com/ Denis Khveshchenik
Peterhof: © Depositphotos.com/Sergey Borisov
Kathedralen: © Depositphotos.com/Pavel Vlasov
Winterpalast: © Depositphotos.com/Tatiana Savvateeva
Park Oranienbaum: ©Depositphotos.com/Konstantin Semenov

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