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Die Algarve boomt: Schroffe Sandsteinküsten und türkisblaues Meer sind die landschaftlichen Höhepunkte. In Kombination mit gastfreundlichen Menschen und entspannter Surferatmosphäre ist der charmante Süden Portugals das perfekte Ziel für unbeschwerte Urlaubstage. Wer auf charmante Pensionen statt riesiger Hotelkomplexe setzt oder sich im Agrotourismus auf Bauernhöfen probiert, erlebt Portugal intensiver und sorgt dafür, dass die Menschen in der Region vom Tourismus profitieren.

Faro: Ein Städtchen wie aus dem Ei gepellt

Algarve Faro Stadtmauer

Die Algarve liegt im Süden Portugals und erstreckt sich über 155 km von Ost nach West und 52 km bis zum Süden. Faro ist die Hauptstadt der Algarve und für viele Besucher der Ankunftsort. Doch wer Faro lediglich als Zwischenstation sieht, würde diesen charmanten Ort unterschätzen. Der Vorteil der schnell weiterreisenden Touristen: Es gibt noch genügend Orte, die man für sich alleine hat und selbst die pittoreske Altstadt kann man in aller Ruhe erkunden.

Wer auf den Hochglanz polierten Pflastersteinen wandelt und die typischen portugiesischen Wandfliesen bewundert, die noch aus der Zeit der Mauren herrühren, der bekommt den Eindruck, Faro sei wie aus dem Ei gepellt. Über die von Stadtmauern eingerahmte Altstadt fliegen die Flugzeuge tief, doch das ist auch das Einzige, was die Ruhe hier manchmal trübt. Im Herzen der malerischen Altstadt liegt die Sé Kathedrale. Es lohnt sich den Glockenturm zu besteigen, denn von hier hat man den besten Blick über die Stadt und den angrenzenden Nationalpark Ria Formosa. Auch das Museu Arqueológico, und das Rathaus sowie die Tore in der Stadtmauer sind einen näheren Blick wert.

Obwohl Faro direkt am Meer liegt, muss man zum Strand einen kleinen Weg auf sich nehmen. Rund um den Hafen der Stadt befindet sich das Naturschutzgebiet, und das Baden ist hier nicht gestattet. Dafür kann man hier ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen in der Natur machen.
Traumstrände findet man entweder in der näheren Umgebung wie zum Beispiel der Praia da Falesia mit seinen orange-roten Steilklippen. Auch wenn es in der Hauptsaison auch einmal voller wird und die Parkplätze knapp, sind die Strände um Faro nie überlaufen. Hier findet noch jeder ein Plätzchen für sich. Besonders schöne Ausflüge lassen sich mit der Fähre machen, die Badeinseln in der Umgebung anfährt. Die Strandinsel Ilha do Farol ist ein beliebter Ort für Sonnenanbeter. Kleine geweißte Häuschen mit roten und blauen Farbtupfern stehen idyllisch in der Gegend, die kilometerlangen Strände sind an vielen Abschnitten menschenleer. Ein paar Cafés und Bistros sorgen für die Stärkung zwischen durch. Erholung pur, fernab von Hotelburgen und All-inklusive!

Lagos: Algarve-Strände wie aus dem Bilderbuch

Lagos Strand

An der Algarve funktioniert das Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmittel gut. Ganz unkompliziert geht es von Faro mit dem Zug in knapp zwei Stunden nach Lagos gen Westen. Lagos ist bei vielen vor allem für das Nachtleben bekannt. Restaurants und Bars reihen sich aneinander und sorgen dafür, dass Lagos vor allem als Partyhochburg einen Namen hat. Doch damit wird man dem Städtchen nicht gerecht. Die vergleichsweise kleine Stadt stand erst unter römischer Herrschaft, dann unter maurischer, bei Einflüsse sieht man in der gut erhaltenen Altstadt noch heute. Im Jahr 1249 wurde Lagos von den Christen zurückerobert. Im Hafen stationierte Heinrich der Seefahrer seine Flotte und schickte im 15. Jahrhundert seine Karavellen in die Ferne, um neue Handelswege und Länder zu entdecken – Der Grundstein zum Aufstieg Portugals als Weltmacht.

Auf dem Praca Infante Dom Henrique wurde eine Bronzestatue von Heinrich dem Seefahrers errichtet. Unmittelbar in der Nähe ist der Platz Mercado de Escravos, der zurück in die Sklavenvergangenheit führt. Hier wurden im 15. Jahrhundert die ersten Sklaven aus Afrika in Europa verkauft. Der Platz Praça Gil Eanes wurde nach dem Seefahrer benannt, der mit der Umsegelung des Kap Badajor in Nordafrika beweisen konnte, dass die Welt dort noch nicht zu Ende ist, eine revolutionäre Entdeckung. Neben schönen Plätzen, Häusern aus dem 18. Jahrhundert und Märkten, wie an der Promenade unweit des Praça Gil Eanes, wo Textilien und Souvenirs verkauft werden, sind aber die Strände der westlichen Algarve der Lieblingsort der Touristen.

Wer an die Algarve denkt, hat diese Bilder im Kopf: Verwitterte Sandsteinklippen, spektakuläre Grotten und kleine Buchten. Südlich von Lagos befindet sich die Ponta da Piedade, eine Landzunge, an der sich Bilderbuchklippen entlang der ganzen Westalgarve erstrecken. Der längste Sandstrand in der Nähe ist der vier Kilometer von Lagos entfernte Meia Praia, der bei Familien und Wassersportfans gerne genutzt wird.
Wer mehr Ruhe will, sollte weiter gen Westen. Als eine der schönsten Abschnitte der Algarve gilt das Kap Ponta da Piedade. Eine lange Steintreppe führt hinunter zum Wasser und zahlreichen Grotten. Entweder fährt man per Boot durch die bizarren Felsformationen und sucht sich ein abgelegenes Eckchen zum Etnspannen.

Sagres: Surfervibes am Rande Europas

Algarve Sagres

Mit dem Bus geht es von Lagos innerhalb einer Stunde noch weiter in den Westen nach Sagres. Am südwestlichsten Zipfel Europas werden vor allem Surfer glücklich. Das kleine Sagres wird im Großen und ganzen von Hotelkomplexen dominiert, doch es gibt auch Surfcamps, die etwas beschaulicher sind und bei denen das Surfen im Mittelpunkt steht.

In Sagres haben Wellenreiter die perfekten Bedingungen: Leere Strände mit großen Wellen und das kilometerweit. Das Beeindruckendste ist aber auch für Nichtsurfer die Kulisse. Die Steilklippen markieren mit dem Cabo São Vicente das südwestlichste Ende Europas. Hier trennt nur noch Wasser Europa von Amerika. Wer hier hoch oben auf den Steilklippen über dem Meer steht, sollte schwindelfrei sein. Doch dann kann man sich vorstellen, wie damals die Seefahrer mit ihren Flotten hier vorbeikamen und bekannte Gebiete verließen, um ins Unbekannte zu Segeln. Ein geschichtsträchtiger Ort, der sich sehen lassen kann.

Alle Fotos: © Julia Schattauer

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