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Permafrost kann bis zu anderthalb Kilometer tief in den Boden reichen und bedeckt gigantische Flächen auf der Erde – noch. Denn auch dort macht sich der Klimawandel bemerkbar. Die „Tiefkühltruhe“ taut, mit verheerenden Folgen in vielerlei Hinsicht.

Permafrost gibt es in bis zu einem Viertel der Landfläche der nördlichen Hemisphäre – noch. Der Klimawandel bringt die gewaltige Tiefkühltruhe zum Tauen. Eine Konsequenz ist, dass über startende Zersetzungsprozesse im aufgetauten Boden Treibhausgase wie Methan freigesetzt werden. Doch im tauenden Grund lauern noch andere Gefahren: antibiotikaresistente Bakterien, über Jahrzehnte angesammelte Schadstoffe und radioaktive Abfälle aus dem Kalten Krieg zum Beispiel. Zudem bröckelt die Infrastruktur auf den eishaltigen Böden, die beim Auftauen nachgeben – wovon künftig auch die Gasversorgung Europas betroffen sein könnte, die zu einem guten Teil aus Permafrostregionen des arktischen Russlands kommt.

Ungeachtet der Risiken werde in Permafrost-Regionen überraschend viel gebaut, sagt Guido Grosse vom Alfred-Wegener-Institut (AWI), Standort Potsdam. Dabei stiegen die Kosten zur Beseitigung von Schäden etwa an Straßen schon jetzt rapide. In Alaska werde für einige kleine Dörfer sogar bereits eine Umsiedlung diskutiert – für jede der Siedlungen stünden dabei Hunderte Millionen Dollar Kosten im Raum. „Und wir sind erst ganz am Anfang dieser Entwicklung.“

Entlang arktischer Küsten wird nach wie vor weitere Infrastruktur unter anderem für die Öl- und Gasindustrie geschaffen, vor allem in Russland, aber auch in Kanada und den USA, wie Forschende um Annett Bartsch vom Austrian Polar Research Institute (APRI) kürzlich im Fachjournal „Environmental Research Letters“ erläuterten. In gut der Hälfte der erfassten, vom Menschen beeinflussten Permafrost-Gebiete könnte die Bodentemperatur in zwei Metern Tiefe demnach jedoch bis zum Jahr 2050 über null Grad Celsius liegen. Umso dringlicher sei es, besser zu verstehen, wie stark Infrastruktur und Siedlungen durch das Auftauen des Untergrunds bedroht sind.

Permafrost: Untergrund mindestens zwei Jahre gefroren

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Bildnachweis: © Depositphoto – George Burba