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München, New York, Tokio: Für viele Profimusiker ganz normal, zumindest bis zur Pandemie. Nun aber wird in den Orchestern überlegt, ob man zum alten Reisewahnsinn zurückkehren will – oder ob nicht doch Gelegenheit wäre für ein paar Veränderungen.

Beim Musizieren an sich entsteht kein Kohlendioxid. Dennoch hinterlassen Orchester einen CO2-Fußabdruck. Viele Ensembles jetten während ihrer Tourneen rund um die Welt. Und auch für Proben reisen Musikerinnen und Musiker samt ihrer Instrumente von überall her an. Dazu kommen bergeweise Papier für Noten, Probenpläne und Programmhefte sowie der Betrieb der Konzerthäuser, der viel Energie verschlingt.

Orchester des Wandels

Vielen Orchestern wird das zunehmend bewusst. Um sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen, haben sich Musikerinnen und Musiker im Sommer 2020 zur Initiative Orchester des Wandels zusammengeschlossen. Sie setzen einerseits bei sich selbst an, um Emissionen zu senken. Andererseits geben sie „Klimakonzerte“, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und Spenden für Klimaschutzprojekte zu sammeln.

„Uns geht es vor allem darum, die Angst vor diesem Thema zu nehmen. Vielmehr sehen wir den Klimaschutz als künstlerische Inspiration für uns Orchester, aber auch für unser Publikum“, erläutert Sprecher Ulrich Haider, der bei den Münchner Philharmonikern musiziert.

Musiker aus München und Nürnberg machen mit

Freischaffende Künstler und Mitglieder von rund 30 deutschen Orchestern haben sich inzwischen der Initiative angeschlossen. Die Nürnberger Staatsphilharmonie ist von Anfang an dabei und hat ihr Engagement für Klimaneutralität auch auf die anderen Sparten des Staatstheaters ausgeweitet. „Abläufe in allen Bereichen sollen hinterfragt und umweltverträglicher und ressourcenschonender gestaltet werden“, erläutert Musikerin Veronika Zucker.

In dieser Hinsicht sehen sie und ihr Kollege Martin Möhler noch großen Nachholbedarf in der deutschen Kultur-Szene. Meist seien es nur einzelne Initiativen innerhalb der Belegschaft, die Impulse setzten, sagt Klarinettist Möhler. „Es wäre schön, wenn die Institutionen sich ebenso aktiv an diesem Prozess beteiligen würden. Zum Beispiel gibt es bislang nur an zwei Opernhäusern in Deutschland hauptberufliche Nachhaltigkeitsbeauftragte.“

BR-Symphonieorchester spart Papier ein

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