Auf Spurensuche in Äthiopien

Äthiopien ist ein außergewöhnliches Reiseland. Uralte Kulturen, atemberaubende Landschaften und faszinierende Menschen. Wir begeben uns auf Spurensuche in Äthiopiens Süden in die Southern Highlands und das Omo Valley.

Von der Hauptstadt gen Süden

Das im Süden Äthiopiens gelegene Omo Valley ist ein besonderer Ort. Jahrtausende der Isolation führten dazu, dass sich verschiedene Stammeskulturen entwickelten. Die Volksgruppen wie beispielsweise die Karo, Mursi oder Hamar haben hier ihre Heimat. Bei einer Reise folgt man den Spuren einer kulturelle Vielfalt mit eigene Sprachen, Bräuchen und Traditionen, Hier erhält man Einblicke in Lebenweisen, Rituale und Bräuche. Eine spanende Reise, eingerahmt von unverfälschter Natur und Landschaften.

Von der Hauptstadt Addis Abeba geht es gleich in Richtung Süden. Die Fahrt mit dem Minibus führt rund vier Stunden lang durchs abwechslungsreiche Rift Valley. Der Badeort Debre Zeyit ist ist von Kraterseen umgeben. Koka, Ziway, Langano, Shala oder Abijata heißen die vielen Seen.

Abijatta und Lugano Seen © Depositphoto – Dereje Belachew

Nach all dem Wasser wird es langsam trockener. Die Landschaft wird nun von Akazienbäumen dominiert. Dann kommt Shashemene näher und schließlich Awassa, die Hauptstadt der südlichen Region und das Ziel des Tages. Um die Stadt ist die Landschaft wieder grüner. Der idyllische Awassa Lake im Vordergrund, dahinter Bergkulisse. Am See gibt es nicht nur die Gelegenheit Vögel zu beobachten, mit etwas Glück lassen sich sogar Flusspferde beim Baden und Trinken erspähen. Auch Affen bewohnen die Nachbarschaft: Colobusaffen, Paviane und Grünmeerkatzen tummeln sich in der Nähe.

Früh morgen ist die beste Zeit, um dem Fischmarkt am Awassa-See einen Besuch abzustatten. Hier bieten die lokalen Fischer ihre fangfrische Ware feil. Ein reges Treiben, das man gesehen haben sollte bevor es auch schon weiter gen Berge geht.

In den Gughe Mountains wohnen die Angehörigen der Dorze. Ihre besonderen Hütten sind es, die den Stamm bekannt gemacht haben, die bienenkorbartigen Behausungen. Die stabilen Hütten können sogar zweistöckig sein, verfügen über eine Feuerstelle und sind rein aus Naturmaterialien wie Bambus oder Teilen der Abessinischen Banane gebaut. Auch die farbenfrohen Webarbeiten aus Baumwolle sind für ihre Qualität bekannt, wovon man sich vor Ort selbst ein Bild auf den Märkten machen kann.

Der nächste Stopp der Reise führt zum Chamo-See und der Stadt Arba Minch. In diesem See, so sagt man gibt es besonders große Exemplare von Nilkrokodilen. Bei einer Bootsfahrt bekommen sie vielleicht ein paar der Krokodile zu Gesicht. Hier im Rift Valley gibt es neben den Krokodilen und Flusspferden besondere Vogelarten wie der afrikanische Fischadler. 

Von Turmi aus die Gegend erkunden

Nach der Übernachtung im nahegelegen Jinka steht der Besuch im Mago-Nationalpark auf dem Tagesplan. Hier kann man ein Mursi-Dorf besuchen und einen Einblick in die hiesige Kultur bekommen. Das auffälligste Merkmal der Mursi ist sicherlich der handgroße Teller in den Lippen, ähnlich wie beim Volk der Suri. Auch gedehnte Ohrlöcher, Piercings und Gesichtsbemalungen gehören hier zum üblichen Körperschmuck. 

Mursi Frau © Depositphoto – Luisa Puccin

Auf dem Weg nach Süden lädt die kleine Ortschaft Turmi als Ausgangsbasis für mehrere Ausflüge in die Umgebung zu den verschiedene Volksstämmen ein. Nur rund 50 km von Kenia entfernt befindet sich hier das Gebiet der Hamar mitten im fruchtbaren Omo Valley. Die Viehzüchter zeigen in ihrem Dorf traditionelle Evangadi-Tanzdarbietung. Wer dienstags oder samstags nach Turmi kommt, kann den Wochenmarkt von Dimeka besuchen und dabei das vielsprachige Marktreiben beobachten. Hier kommen die verschiedensten Volksgruppen zusammen, darunter die Benna, Karo, Tsemai, Ari und die Hamar.  

Hamar Evangadi-Tanzdarbietung © Depositphoto – Ilia Torlin

Auch die Stämme der Dus und Karo sind offen für Besucher und geben einen Einblick in ihr Leben und heißen Touristen willkommen. Die Karo fallen durch ihren ihren Körperschmuck und die detaillierten Gesichtsbemalungen auf. Die Zeichnungen werden mit Kalk, Kohle, Ocker und roter Erde angefertigt. Die Frauen der Karo tragen zur Verschönerung Ziernarben auf der Brust. 

Von Turmi und geht über Konso nach Arba Minch. Hier lernen sie Vertreter des Konso-Volks kennen. Die ausgefeilte Ackerbautechnik auf mit Terrassenanbau ist ein Markenzeichen der Konso, aber auch der ausgeprägte Ahnenkult mit Totems ist ein wichtiger Teil der Tradition. Die Heimatregion der Konso wurde zur Welterbestätte der UNESCO erklärt. 

Chamo See © Depositphoto – Galyna Andrushko

Am Lake Langano bietet sich die Möglichkeit ein wenig zu entspannen oder sportlich aktiv zu werden. In einem der Ressorts am Ufer kann man in Lodges die Seele baumeln lassen und am Abend beim Strandspaziergang der Sonne beim Untergehen zuschauen. Nach etwas Erholung geht es langsam auf den Rückweg nach Addis Abeba. Doch einen Zwischenstopp gibt es noch: Der Abyata Shala National Park. Das Naturschutzgebiet ist nach zwei Seen benannt, den Salzwassersee Abyata, der von Flamingos bewohnt wird und dem Kratersee Shala. Mit hoffentlich einigen Tiersichtungen geht es dann zurück in die Hauptstadt. Hier lässt sich noch der ein oder andere Marktbummel einplanen, bevor es mit vielen Souvenirs und Erinnerungen an die Heimreise geht.

 

Titelbild: Rift Valley  © Depositphoto – Andrea Marzorati

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